Anti-Atom-Gruppe fordert Molterers Rücktritt

6. November 2001, 16:09
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"Molterer ist Erfüllungsgehilfe der EU-Atomlobby"

Linz - Die jüngsten Aussagen von Umweltminister Molterer im Zusammenhang mit dem Thema Temelin haben am Dienstagnachmittag auch in Oberösterreich eine Reihe von scharfen Reaktionen ausgelöst. Josef Neumüller, der Obmann der Mühlviertler Anti-Atom-Gruppierung "Stop Temelin", forderte in einer Aussendung den Rücktritt Molterers. Neumüller: "Dass uns der Chef des Umwelt- und Landwirtschaftsressorts so in den Rücken fällt, ist schlicht untragbar. Molterer ist rücktrittsreif". Neumüller äußerte die Befürchtung, dass es auf Grund dieser Aussagen des Ministers bei der Bevölkerung zu "wahren Empörungstiraden" komme.

"Erfüllungsgehilfe der EU-Atomlobby"

Der oberösterreichische FPÖ-Chef Landesrat Hans Achatz bezeichnete ebenfalls in einer Aussendung Minister Molterer als "Erfüllungsgehilfen der EU-Atomlobby". Zu Molterers Ablehnung eines Vetos gegen den EU-Beitritt Tschechiens, wenn die Temelin-Frage nicht gelöst ist, meinte Achatz, der Minister habe sich den Text des Veto-Volksbegehrens nicht gründlich durchgelesen, "denn es wird den Tschechen nicht das Recht abgesprochen, über ihre Energieträger selbst zu entscheiden, sondern es geht um das AKW Temelin, das stillgelegt werden soll".

Versagen Anti-Temelin-Politik

Der Klubobmann der Grünen im oberösterreichischen Landtag, Rudi Anschober, bezeichnete die Molterer-Aussagen als "Höhepunkt in einer restlos versagenden Anti-Temelin-Politik der Bundesregierung". Die österreichische Bundesregierung "geht offensichtlich vor Verheugens Druck restlos in die Knie", so Anschober in einer Aussendung am Dienstagnachmittag. (APA)

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