Italienisches Paar zeugte zweites Kind zur Rettung seines Sohnes

6. November 2001, 16:06
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Eisenanämie mit Verpflanzug von Plazenta-Blutzellen kuriert

Rom - Um seinen blutkranken Sohn zu retten, hat ein Paar in Italien ein zweites Kind gezeugt. Mit Blutzellen aus der Plazenta der Mutter, die bei der Geburt entnommen wurden, sei die Krankheit des heute Fünfjährigen kuriert worden, teilten die Ärzte im Krankenhaus von Pavia am Dienstag mit.

Chronische Eisenanämie

Das Kind, das an einer chronischen Eisenanämie litt, habe vergeblich auf einen Knochenmarkspender gewartet und sich alle zwei Wochen einer Bluttransfusion unterziehen müssen. Drei Monate nach der Transplantation von Zellen aus dem Mutterkuchen gehe es ihm jetzt besser. Bei dem Eingriff handelte es sich den Angaben zufolge um eine nicht ungefährliche medizinische Premiere in Italien. Der jüngste Sohn hätte die gleiche Krankheit wie sein Bruder bekommen können; außerdem gab es nur geringe Hoffnung, dass die Blutzellen vom Organismus des Kranken angenommen werden.

Eingefrorener Mutterkuchen

Nach Angaben der Ärzte wurde der jüngste Sohn des sizilianischen Paares bereits im Juli vergangenen Jahres in Palermo geboren. Die Ärzte froren die aus dem Mutterkuchen entnommenen Blutzellen ein und verpflanzten sie ein Jahr später im Krankenhaus San Matteo im mittelitalienischen Pavia. Die Chancen für einen Erfolg der Behandlung standen demnach eins zu vier. Weil es dem Kranken besser gehe, hätten sich die Ärzte für Veröffentlichung der ungewöhnlichen Behandlungsmethode entschieden. Die Zellentnahme aus dem Mutterkuchen könne neue Perspektiven für die Medizin aufzeigen. (APA)

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