Wien fordert Bund auf, Schienen zu legen

6. November 2001, 20:42
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Rieder: Potenziale nicht brach liegen lassen

Wien - Die Studie ist die eine Sache. Über die freuen sich Vizebürgermeister und Planungsstadtrat. Schließlich, erklärten Sepp Rieder und Rudolf Schicker (beide SP) am Dienstag, bescheinige die "Preparity" Studie, die das WIFO mit internationalen Wirtschaftsforschungsinstituten erstellt habe, der "Vienna Region" (Wien, Niederösterreich und Burgenland) ein hervorragendes Potenzial, um nach der EU-Osterweiterung Drehscheiben- und Kompetenzzentrenfunktionen zu übernehmen. Wäre da nicht das Kleingedruckte.

"Das ist kein gemachtes Bett", warnte Finanzstadtrat Rieder: Bescheinigte Potenziale sind nämlich nichts wert, wenn man sie nicht nutzt, wenn die Zeit gekommen ist. Und eine der Kernbedingungen dafür sei die Schaffung gemeinsamer Planungswerkzeuge über Staatsgrenzen hinaus - samt dazugehörender Infrastruktur.

Auf Bundesebene wird zurückgenommen

Doch während in Planungsfragen bereits daran gearbeitet werde, die Regionen Györ, Brünn und Bratislava in die für die Vienna Region zuständige "Planungsgemeinschaft Ost" einzubinden, gebe es in Sachen Infrastruktur massive Befürchtungen, ins Hintertreffen zu geraten, meinte Schicker: "Der TEN-Knoten ist eine zentrale Bedingung. Wir erleben aber, dass auf Bundesebene derzeit viel in Frage gestellt und Projekte zurückgereiht werden."

Konkret gehe es darum, den lang geforderten Zentralbahnhof im Bereich des Südbahnhofes zu errichten und die drei ÖBB-Logistik-Zentren (Inzersdorf, Hafen-Freudenau, Süßenbrun) zu realisieren, sowie die Koordination der Verkehrsströme auf Schiene, Straße und Strom in Angriff zu nehmen. Die Filetierung der ÖBB im Dienste des Nulldefizites, so Schicker, könne fatale Auswirkungen haben: Besser wäre das Geld aus ÖBB-Immobilienverkäufen in Infratsrukurmaßnahmen eingesetzt. (rott,derstandard,print-ausgabe,7.11.2001)

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