Süßstoff-Katastrophen

27. Februar 2002, 15:52
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Manche Menschen sind hin und wieder leider dazu gezwungen, künstlichen Süßstoff zu verwenden.

Ja, eh ist wahrhaftiger Zucker besser und kann man den Tee auch ohne jede Süßung verkraften und gilt beim Kaffee in Form von Espresso jede Art der Infizierung durch süßende Stoffe sogar als Beleidigung. Aber egal, hin und wieder ist man eben dazu gezwungen.

Jetzt werden die meisten der Süßstoff-Spendegeräte so konstruiert, dass ein Druck auf eine Taste eine Tablette freigibt. Gut, nur sind diese Öffnungen aus verständlichem Grund fast immer an der Unterseite der Spender angebracht, und an der Unterseite ist auch dort, wo sich am Frühstückstisch eventuell kleine Tee- oder Kaffeelacken befinden. Die vom Süßstoff-Spender sogleich begierig in sich aufgesogen werden, um in seinem Inneren dann ein klebriges Konglomerat aus den noch darin befindlichen 5999 Süßstoff-Tabletten zu bilden, das auf zukünftiges Betätigen der Drück-Taste verhältnismäßig gelassen reagieren wird.
Auch nicht schlecht: die halben, viertel oder sonstwie bruchstückhaft vorhandenen Süßstoff-Tabletten. Die flutschen nämlich entweder mit einer ganzen mit und hauen einem die angestrebte Süße im Heißgetränk wieder total zusammen, oder kommen alleine, was auch blöd ist, oder verkeilen sich überhaupt im System, was unweigerlich zur nächsten Süßstoff-Katastrophe führt: Der Versuch des Öffnens eines hermetisch verschlossenen Süßstoff-Spenders. Das geht nämlich ziemlich sicher schief, führt dazu, dass sich tausende der kleinen weißen Pillen über den Boden verteilen und mit verblüffender Hinterfotzigkeit jede unzugängliche Ritze finden, um dort dann ihre Halbwertszeit zu erleben. Allerdings lernst man dabei auch eine gewisse Demut: wenn man nämlich erkennt, dass diese kleinen Pillen genau so groß und geformt sind, dass menschliche Finger immer genau nur eine einzige ergreifen können. Toll. Süßstoff-Benützer brauchen übrigens Staubsauger.

Von
Florian Holzer
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