Universitätsmilliarde für 2002 kommt zur Verteilung

6. November 2001, 16:05
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ÖH sieht nur Kürzungen wettgemacht

Wien - Die Aufteilung der nach Einführung der Studiengebühren den Hochschulen zusätzlich zur Verfügung stehenden "Universitätsmilliarde" für das Jahr 2002 steht fest. Die entsprechenden Anträge der einzelnen Unis sind bereits von einer Expertenrunde, in der unter anderem auch die Österreichische Rektorenkonferenz (ÖRK) und die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) vertreten waren, begutachtet worden. Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) habe den einstimmigen Vorschlag bereits unterzeichnet, hieß es am Dienstag in einer Aussendung des Bildungsministeriums.

Zur Hörsaal- und Seminarausstattung sowie für Übungsräume und Studierendenarbeitsplätze sind 31 Projekte im Umfang von 249 Millionen Schilling vorgesehen. 208 Millionen Schilling stehen für 24 Projekte zur Modernisierung im Lehrveranstaltungsbereich (Verwendung Neuer Medien, computerunterstützter Unterricht, Umstellung von Frontal- auf Gruppenlehrveranstaltungen) zur Verfügung, 209 Millionen Schilling für zwölf Projekte zur Verbesserung der Serviceleistungen (virtuelle Studienberatung, Prüfungsanmeldungen, Lehrveranstaltungsverwaltung, etc.).

Größter Teil an die Uni Wien

Für Verbesserungen im Bibliotheksbereich (längere Öffnungszeiten, Zeitschriftenbudgets, etc.) kommen 30 Millionen Schilling zur Ausschüttung, für die Ausstattung neuer Studienrichtungen 37 Millionen Schilling und für Maßnahmen im Fremdsprachenbereich wie die Einrichtung von Sprachzentren sechs Millionen Schilling. Sonstige Vorhaben werden mit insgesamt 261 Millionen Schilling gefördert.

Den größten Anteil davon erhält die Universität Wien (224 Mill.S), gefolgt von der Technischen Universität Wien (121 Mill.S) und der Universität Linz (96 Mill.S).

2001 flossen die Mittel aus der "Universitätsmilliarde" (nur 500 Millionen Schilling, da die Studiengebühren nur im Wintersemester zu zahlen waren, Anm.) vor allem in die Verbesserung von Serviceleistungen (151 Millionen Schilling). Modernisierungen im Lehrveranstaltungsbereich wurden mit rund 116 Millionen Schilling unterstützt. 111 Millionen wurden in Hörsaal- und Seminarraumgestaltung sowie in Übungsräume und Studierendenarbeitsplätze investiert.

ÖH sieht nur Kürzungen wettgemacht

Prinzipiell begrüßt hat die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) die Vergabe der Universitätsmilliarde. Allerdings würden mit den nun freigegebenen Mitteln nur Kürzungen aus dem noch laufenden Budgetjahr wettgemacht, hieß es in einer Aussendung. Zudem kritisierte die ÖH, dass keinerlei Finanzmittel für die Aufstockung des Personalstandes an den Unis verwendet würden. Das Personalbudget bleibe eingefroren.

Mit der Vergabe der Universitätsmilliarde sei man nun wieder auf dem Budgetstand vom vergangenen Jahr, betonte die stellvertretende ÖH-Vorsitzende Andrea Mautz (Verband Sozialistischer StudentInnen): "Als Fortschritt kann das noch nicht bezeichnet werden." Damit stelle die Universitätsmilliarde einen "teuer beworbenen Mediengag" dar. Das Ministerium verteile "zwar den Aufstrich - das Brot fehlt jedoch".

Auf die "prekäre Situation" an vielen Uni-Instituten wies ÖH-Chefin Anita Weinberger (Grüne und Alternative StudentInnen) hin. Am Publizistik-Institut der Universität Wien stünden vier Professoren 7.500 Studierende gegenüber. Derartige Zustände würden "von der ministeriellen Propaganda einfach totgeschwiegen". Von der Universitätsmilliarde werde kein einziger Schilling in zusätzliches Lehrpersonal investiert. (APA)

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