Die Bürde "Kinderstar"

6. November 2001, 15:07
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Erwachsener und Kind: Harry Potter-Darsteller Daniel Radcliffe

Stevenage - Wenn er gewollt hätte, dann hätte Daniel Radcliffe (12), der als Filmdarsteller des Harry Potter zu einem schon jetzt rund um den Globus bekannten Gesicht geworden ist, in der britischen Boulevardzeitung "The Sun" am Dienstag auf dem Weg nach Stevenage lesen können, welche Gefahren ihm drohen. Unter der Überschrift "Zu jung und zu viel?" breitete das Blatt auf zwei Seiten die Lebensläufe der am Ruhm, an Drogen oder an Liebesmangel gescheiterten Kinderstars aus. Radcliffe gab sich auf Fragen, wie er seine Zukunft in zehn Jahren und welchen Beruf er möglicherweise für sich sehe, sehr erwachsen: "Ich werde das tun, was mir Spaß macht. Wenn ich die Möglichkeit habe, das zu tun, was mir Spaß macht, dann werde ich das tun."

Manchmal wirkt dieser Daniel Radcliffe, aus Hunderten von Bewerbern von dem Regisseur Chris Columbus ausgesucht, richtig abgeklärt, ohne altklug zu sein. Und manchmal sehr kindlich. Was er denn im geheimnisvollen Spiegel von Erised sehe, der die tiefsten Sehnsüchte eines Menschen zeige, wird er beispielsweise gefragt. Kurzes Nachdenken. "Ich sehe mich für den Rest meines Lebens so glücklich wie ich jetzt bin", sagt er dann. Aber plötzlich ist er wieder ganz Kind, wenn er gefragt wird, was er tun würde, wenn er wirklich zaubern könnte: "Ich hätte dann gerne einen Umhang, der mich unsichtbar macht. Dann könnte ich mich immer in Rock-Konzerte einschmuggeln." Als ob er, der Super-Prominente, künftig noch Probleme hätte, Karten zu bekommen.

"Wenn sich mein Leben verändert hätte, dann müsste das doch schon geschehen sein", sagt Radcliffe, der Erwachsene, und denkt nach. "Eigentlich hat es sich nur zum Besseren verändert. "Ich muss nicht mehr auf normale Schulen gehen und hatte noch nie so gute Zeugnisse." Ob er sich denn gelegentlich früher schon mal in eine Rolle hineingeträumt habe, wird er später gefragt. Und da antwortet wieder das Kind Radcliffe: "Ja, ich war ein großer Fan von Spiderman. Superman ist auch ganz gut, aber Spiderman ist wirklich der coolste."

Radcliffes gleichaltrige Partnerin Emma Watson (Hermione Granger) sieht der Zukunft sowieso gelassen entgegen. "Es scheint ja wohl der Fluch der Kinderstars zu sein, dass sie mit 50 als Bedienung bei McDonalds enden", plappert sie munter daher, "aber ich interessiere mich auch für viele andere Sachen als das Schauspielern. Ich weiß noch nicht, was ich später mache." (APA)

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