Universität Salzburg: Studentenzahlen sanken um rund ein Viertel

6. November 2001, 14:04
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Dramatische Rückgänge bei außerordentlichen Studierenden, Seniorenstudenten und Ausländern

Salzburg - An der Universität Salzburg haben in diesem Wintersemester um rund ein Viertel weniger Studierende inskribiert als im Herbst 2000. Waren im Studienjahr 2000/2001 13.825 Studierende gemeldet, inskribierten bis zum Ende der Zulassungsfrist am 25. Oktober 10.000 Personen, erläuterte der Vizerektor für Lehre, Heinrich Suida, am Dienstag bei einem Pressegespräch. Bei den ordentlichen Studierenden gab es einen Rückgang um 23,4 Prozent. Die Zahl der Neuzugänge bei den ordentlichen Studierenden sank um 13,5 Prozent.

Dramatischer waren die Veränderungen bei den anderen Gruppen: Die Zahl der außerordentlichen Studierenden verringerte sich von 1.974 auf 708 Personen um 64,1 Prozent. Die ordentlichen Seniorenstudierenden sanken um 41,6 Prozent, jene der außerordentlichen Seniorenstudenten um 82,8 Prozent. Derzeit sind 486 ordentliche und 86 außerordentliche Seniorstudenten gemeldet. Auch bei den ausländischen Studierenden gab es große Rückgänge: Sie sanken um rund 40 Prozent auf 1.392 Personen, sagte Suida.

Studienjahr abwarten

Für Suida haben die Rückgänge bei den Studierendenzahlen nicht ausschließlich mit der Einführung der Studienbeiträge zu tun. Die Änderung bei den Doktoratstudien sowie neue Baccalaureat-Angebote - in Salzburg gibt es diese in den Fächern Biologie, Mathematik, Informatik und Kommunikationswissenschaft - zeigten ebenfalls ihre Wirkung, meinte der Vizerektor. Es wäre zu früh, um wirklich Schlüsse aus den Veränderungen bei den Studentenzahlen zu ziehen. Dazu müsse man das gesamte Studienjahr abwarten.

Einige Folgerungen zieht Suida aber doch: So gäbe es eine Reihe von Dissertanten, die ihr Studium an Universitäten in München oder Passau abschließen, weil sie dort keine Studiengebühren zahlten. Dass die Zahl der außerordentlichen Hörer sowie der Seniorstudenten so stark zurückgegangen ist, hält Suida für bedauerlich. Die Universität verliere nach der Einführung der Studiengebühren als Stätte der Weiterbildung an Bedeutung. Der Vizerektor ortet aber auch einen Lenkungseffekt durch die Gebühren: Die Leute würden sich viel genauer überlegen, was sie studieren.

Vom Bildungsvolksbegehren erwartet sich Suida, dass die Studiengebühren erneut vom Parlament behandelt werden müssen. Die "Spontanentscheidung" der Einführung von Studienbeiträgen sollte zurückgenommen werden. Suida wünscht sich eine breite Bildungsdiskussion in Österreich. (APA)

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