Flugkollision in Mailand: Weitere Ermittlungen eingeleitet

6. November 2001, 14:06
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Chef der Sicherheitsbehörde Enav im Visier der Staatsanwälte

Mailand - Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat einen Monat nach der Flugkollision am Flughafen von Linate, bei der 118 Personen ums Leben gekommen sind, Ermittlungen gegen den Chef jener Behörde aufgenommen, die für die Sicherheit im italienischen Flugverkehr zuständig ist. Sandro Gualano, Präsident der Behörde Enav, stet unter dem Verdacht der fahrlässigen Tötung, meldeten italienische Medien am Dienstag.

Weitere Erhebungen

Erhebungen laufen auch gegen den Präsidenten der Verwaltungsgesellschaft des Mailänder Flughafhens SEA, Giorgio Fossa. Er erklärte sich zum sofortigen Rücktritt bereit, sollte ihm eine Verantwortung in der Flugkollision nachgewiesen werden.

Sicherheits-Diskussion

In Italien läuft weiterhin die Diskussion um die Sicherheit der Flughäfen. Der Zusammenstoß des deutschen Privatjets mit der skandinavischen SAS-Maschine in Mailand ist den bisherigen Ermittlungen zufolge auf das fehlende Bodenradar sowie auf einen Irrtum des deutschen Piloten zurückzuführen. Ein neues Bodenradar zur Kontrolle der Startbewegungen sei zwar installiert, wegen bürokratischer Verzögerungen aber nicht aktiviert worden. Es soll bis Jahresende eingesetzt werden, versprach die Gesellschaft SEA. (APA)

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