"Sondereinheit des Entenhausener Geheimdienstes"

6. November 2001, 13:56
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"50 Jahre Panzerknacker" - Comic-Sonderband zum Jubiläum

Düsseldorf - Die berühmteste und wohl auch dümmste Ganovenbande der Comic-Geschichte feiert ihr goldenes Jubiläum: "50 Jahre Panzerknacker" lautet der Titel des Comic-Sonderbands, mit dem der Berliner Egmont-Ehapa-Verlag die Entenhausener Einbrecher ehrt. Seit exakt einem halben Jahrhundert quälen und drangsalieren die rundlichen Herren mit der berühmten Augenmaske und Sträflingsnummern auf den roten Pullovern den reichsten Erpel der Welt mit miesen Tricks oder roher Gewalt.

Vom Pech verfolgt

Dabei sind die Panzerknacker von schier unerschöpflicher krimineller Energie getrieben und stets vom Pech verfolgt. Sei ihr Plan auch noch so pfiffig, am Ende sind sie doch immer wieder die Verlierer und heulen über ihr Unglück. Sogar Dagobert Duck, der anerkanntermaßen am meisten unter ihnen zu leiden hat, gibt - wenn auch zähneknirschend - zu, dass sie mindestens ebenso sehr zu Entenhausen gehören wie sein Geldspeicher.

Erstaunlich immerhin, dass die Ganoven dem offiziellen "Who is who" in Entenhausen keinen Eintrag wert sind. Im Vorwort dieses Nachschlagewerks heißt es schlicht: "Die Panzerknacker AG ist ausgelassen worden, da sie so viele Mitglieder ihr eigen nennt, dass auch hier Prioritäten zu Gunsten der anderen Entenhausener gesetzt wurden." Der Comic-Fan wird's verwinden, hat er doch alleine aus dem Werk des kürzlich verstorbenen Disney-Zeichners Carl Barks rund 40 Abenteuer der glücklosen Gaunerbande zu bestaunen.

Immer wieder in den letzten 50 Jahren gerät die Bande unrasierter Gesellen mit dem geldgeilen Enterich aneinander. Mal verbünden sich die Ganoven mit der Erzrivalin Gundel Gaukelei, mal nutzen sie die unglaublichsten Verkleidungen oder Tricks, um in das stets gut gefüllte Allerheiligste von Onkel Dagobert zu kommen. Meist scheitern sie aber schon an Selbstschussanlagen, Fallen oder sonstigen abschreckenden Sicherungseinrichtungen rund um den Geldspeicher. Ihre permanente Erfolglosigkeit ist nach Angaben von Donaldisten Teil ihrer Aufgabe.

"Mythos und Wirklichkeit"

Manchmal verfügen die Gauner erstaunlicherweise über schier unerschöpfliche finanzielle Mittel, obwohl sie meist in ärmlichsten Verhältnissen leben. Einmal stehen ihnen Hubschrauber, dann Flugzeuge oder Unterseeboote und sogar biologische Kampfstoffe zur Verfügung, heißt es in einem Artikel über "Mythos und Wirklichkeit" der Panzerknacker im Internet, aus dem auch der Egmont-Ehapa-Verlag im Jubiläumsalbum zum 50. Geburtstag der glücklosen Ganoven zitiert. Dort wird auch enthüllt, warum die unrasierten Gesellen sich so "blendend" mit Polizei und Behörden verstehen: Die Panzerknacker seien in Wirklichkeit eine Sondereinheit des Entenhausener Geheimdienstes. (APA)

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