Telekom: Hausaufgaben vor Verkauf

6. November 2001, 19:15
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Demnächst sollen Datakom und Internet "geschluckt" werden

- Ungeachtet der von Miteigentümer Telecom Italia (TI) ausgelösten heftigen Verkaufsspekulationen rund um die Telekom Austria (TA), sieht deren Generaldirektor Heinz Sundt "keinen Schwebezustand" des Unternehmens durch die offene Eigentümerfrage. Allerdings sei die Situation für weitreichende Entscheidungen "schwierig".

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Darunter versteht Sundt etwa die geplante Teilung des Festnetzbereichs in Großkunden- und Privatkundensparte in zwei getrennte Rechnungskreise. Die will er aber auf jeden Fall durchziehen und hofft dabei auf eine "pragmatische Lösung" mit der TI. Prinzipiell müsste dafür allerdings der Syndikatsvertrag zwischen der TI und dem zweiten Großaktionär ÖIAG (47,8 Prozent) entflochten werden.

Höchst fraglich

Höchst fraglich ist auch, ob die verkaufswillige TI einer De-facto-Auflösung von TA-Töchtern wie Datakom, Jet2web Internet und Jet2web Networks zustimmt. Diese sollen, geht es nach dem Willen einzelner Vorstandsmitglieder, nämlich bereits im Dezember in das Festnetz, also die Telekom Austria AG, reintegriert werden, sagte ein TA-Aufsichtsratsmitglied zum STANDARD. Damit würden die profitable Datentochter und die erst im Vorjahr gegründete Internetschiene praktisch filetiert, beide würden die direkte Vermarktung des Netzzugangs verlieren.

In Regierungskreisen mehren sich inzwischen die Stimmen, die einen Totalrückzug des Staates aus der TA forcieren. Denn die Festnetz-TA sei nachhaltig nur durch einen Verkauf der Funktochter Mobilkom sanierbar. Der Charme an dieser Variante: Die TA müsste keine Abschreibungen für die Investments der Tochter vornehmen, wäre mit einem Schlag entschuldet, und die ÖIAG bekäme auch noch eine einmalige Dividende zum Schuldenabbau. (miba, ung - Der Standard Printausgabe)

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