Israelische Armee zieht aus Ramallah ab

7. November 2001, 18:56
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Sharon will eine Million neue Einwanderer

Ramallah/Jerusalem - Israel hat in der Nacht zum Mittwoch seine Truppen aus der palästinensisch verwalteten Stadt Ramallah im Westjordanland abgezogen. Augenzeugen beobachteten, wie im Schutze der Dunkelheit Panzer, gepanzerte Mannschaftswagen und Jeeps aus der vor zwei Wochen besetzten Stadt abrückten. In Tulkarem und Djenin hingegen standen auch am Mittwoch noch israelische Truppen. Zudem wurden die Blockaden in vielen palästinensischen Gebieten aufrechterhalten.

Bei Hebron erschoss ein Sonderkommando der israelischen Grenzpolizei ein Mitglied der Fatah-Bewegung Yassir Arafats. Israel wirft dem 48-jährigen Issa Dababse den Mord an einem israelischen Siedler vor mehr als drei Jahren vor. Im Süden des Gazastreifens wurden bei Schießereien ein Palästinenser getötet und mehrere Personen verletzt, darunter eine schwangere Frau.

In einem Interview mit der britischen Zeitung Guardian kündigt der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon an, "noch eine Million Juden nach Israel zu holen". Die Palästinenser fürchten laut Guardian, dass viele der Einwanderer in Siedlungen auf Palästinensergebiet im Westjordanland und dem Gazastreifen untergebracht würden.

Die Knesset hat am Mittwoch die Immunität des arabischen Parlamentariers Azmi Bishara aufgehoben. Er soll wegen Unterstützung der Hisbollah und seinen Beziehungen zu Syrien angeklagt werden. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.11.2001)

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