Indien: Elf Frühgeborene in zwei Tagen in Klinik gestorben

6. November 2001, 11:05
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Eltern machen Krankenhaus Vorwürfe - Ermittlungen eingeleitet

Lucknow/Indien - Nach dem Tod von elf frühgeborenen Kindern innerhalb zweier Tage in einem Krankenhaus im Norden Indiens haben die Behörden Ermittlungen eingeleitet. Mehrere Eltern erklärten, mindestens sechs der Babys seien erstickt, weil die Universitätsklinik in Lucknow nicht genügend Sauerstoffgeräte zur Verfügung gehabt habe. Der Krankenhausdirektor und Ärzte wiesen dies zurück.

Ein Vater sagte der "Hindustan Times", Ärzte hätten den Eltern in der Nacht zum Sonntag mitgeteilt, dass nicht genügend Sauerstoff vorhanden sei. Er habe sein Kind und drei weitere Babys retten können, indem er einen engen Mitarbeiter des Gesundheitsministers persönlich angerufen und ein Sauerstoffgerät beschafft habe. Außerdem sei kein medizinisches Personal im entscheidenden Augenblick zur Stelle gewesen, erklärte ein weiterer Vater. "Ich konnte sehen, wie die Kinder blau wurden aus Atemnot", sagte ein Elternteil.

Der Stationsleiter der Neugeborenenabteilung betonte hingegen, vier Todesfälle pro Tag unter Frühgeborenen seien nicht ungewöhnlich und diese Fälle hätten nichts mit mangelnder Sauerstoffversorgung zu tun. Ein Kollege erklärte die Todesfälle mit Komplikationen nach der Geburt. Die elf Kinder im Alter von einigen Stunden bis zu einigen Tagen starben am Wochenende. (APA/AP)

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