Arbeitslosigkeit stieg im Oktober weiter an

6. November 2001, 15:17
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25.000 mehr Jobsuchende als vor einem Jahr - Bauarbeitslosigkeit explodiert

Wien - Mit dem Einbruch der Konjunktur setzt sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Österreich im Oktober weiter fort. Ende Oktober gab es insgesamt 196.272 Jobsuchende, das waren um 24.808 Personen oder um 14,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gegenüber September nahm die Zahl der Arbeitslosen saisonal bedingt um 20.748 Betroffene oder um 11,8 Prozent zu, teilte das Arbeitsmarktservice (AMS) am Dienstag mit. Vom Anstieg betroffen waren vor allem Bau- und Produktionsberufe und Männer.

Nahezu halbiert hat sich im Oktober in Österreich das Beschäftigungswachstum. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten wuchs gegenüber dem Vorjahr um 10.884 Personen oder um 0,35 Prozent. Im Vorjahresmonat betrug der Beschäftigungszuwachs noch fast 21.000 Personen. Gegenüber September nahm die Beschäftigung saisonbedingt um 24.168 Personen oder um 0,76 Prozent ab.

Die nationale Arbeitslosenrate erhöhte sich im Oktober auf 5,8 Prozent nach 5,2 Prozent vor einem Jahr und vor einem Monat.

Bauarbeitslosigkeit explodiert

Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit waren im Oktober alle Berufs- und Altersgruppen betroffen. Besonders kräftig fiel der Zuwachs jedoch in der Bauwirtschaft aus. Die Zahl der Jobsuchenden am Bau explodierte im Oktober um 26,9 Prozent auf insgesamt 13.074 Betroffene. Vom Zuwachs der Bauarbeitslosigkeit waren alle Bundesländer betroffen, am stärksten jedoch Vorarlberg mit plus 36,5 Prozent, Wien mit plus 34,3 Prozent und Niederösterreich mit plus 33,4 Prozent.

Auf Grund der gestiegenen Bauarbeitslosigkeit nahm im Oktober die Zahl der Jobsuchenden bei den Männern stärker zu als bei den Frauen. Während die Frauenarbeitslosigkeit Ende Oktober um 8.276 oder um 9,4 Prozent auf 96.510 Personen stieg, kletterte die der arbeitslosen Männer um 16.532 oder um 19,9 Prozent auf 99.762 Betroffene.

Alle Altersgruppen betroffen

Steigende Arbeitslosenzahlen wurden im Oktober in allen Altersgruppe registriert. Den relativ stärksten Zuwachs gab es bei den Jugendlichen mit einem Plus von 20,5 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen im Haupterwerbsalter zwischen 25 und 45 Jahre stieg um 12.843 Betroffene oder um 14,1 Prozent. Bei den über 45-Jährigen nahm die Zahl der Jobsuchenden gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent oder um 6.418 Betroffene zu.

Bei den Langzeitarbeitslosen, die mehr als ein Jahr ohne Job waren, gab es einen Rückgang um 31,9 Prozent oder um fast 5.000 Personen. Die Zahl der Betroffenen, die 6 bis 12 Monate vorgemerkt sind, stieg hingegen um 22,5 Prozent an.

Niederösterreich und Wien führen Liste an

Regional waren alle Bundesländer vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen. Den relativ stärksten Zuwachs gab es in Niederösterreich (plus 18,9 Prozent), gefolgt von Wien (plus 17,6 Prozent) und Oberösterreich (plus 17,1 Prozent). In diesen Ländern lag der Arbeitslosenanstieg über dem Bundesschnitt von 14,5 Prozent.

Die Zahl der in Schulung befindlichen Personen, die nicht in der Arbeitslosenstatistik aufscheinen, erhöhte sich im Oktober gegenüber dem Vorjahr um 3.897 auf 36.490 Betroffene. Überdurchschnittlich hoch war der Zuwachs bei den 19- bis 24-Jährigen. (APA)

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