SP-Kärnten: "Freie Bildung für alle"

6. November 2001, 10:05
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SPÖ will Studiengebühren wieder abschaffen

Klagenfurt - Beim Bildungsforum der Kärntner SPÖ im Europahaus in Klagenfurt forderten Montag Abend SP-Spitzenpolitiker eine Wende in der Bildungspolitik. Landesgeschäftsführer Herbert Würschl, Bildungssprecherin LAbg. Nicole Cernic, die Nationalratsabgeordneten Walter Posch und Dieter Antoni sowie Landeschulrats-Vizepräsident Rudolf Altersberger traten für die Abschaffung der Studiengebühren und für eine Beschränkung der Klassenschülerhöchstzahl auf 25 Kinder ein.

Außerdem will die SPÖ kostenlose Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für alle Alters- und Berufsgruppen. Die SPÖ-Politiker riefen weiters die Bevölkerung dazu auf, das Bildungsvolksbegehren zu unterschreiben.

Würschl wies darauf hin, dass "Bildung uns alle betrifft". Es gehe beim Bildungsvolksbegehren nicht "nur" um Schüler und Studierende, sondern auch um die Bildungschancen der gesamten Bevölkerung. Die SPÖ trete für eine sparsame und effiziente Schulverwaltung ein. Ein Kaputtsparen auf Kosten der Jugend werde man jedoch nicht hinnehmen. Die von ÖVP und FPÖ eingeführten Studiengebühren müssten rasch wieder abgeschafft werden, so Würschl. Es zeigten sich bereits Tendenzen, dass einkommensschwache Familien ihre Kinder nicht mehr studieren lassen können.

Freier Zugang zur Bildung

Ein weiterer Schwerpunkt der sozialdemokratischen Bildungspolitik sei die Senkung der Klassenschüler-Höchstzahlen. "Dank der konservativen Politik der Bundesregierung gibt es immer mehr Schulklassen mit mehr als 30 Schülerinnen und Schülern. Eine individuelle Betreuung der Kinder und Jugendlichen wird dadurch fast unmöglich", dazu Würschl, der außerdem einen Ausbau der Fachhochschulen und bessere Rahmenbedingungen für Lehrlinge einforderte.

Cernic mahnte den "freien Zugang zur Bildung für alle" ein. ÖVP und FPÖ hätten außer einem radikalen Sparprogramm auf Kosten der Jugend kein Bildungskonzept. "Die Bundesregierung betreibt eine rückwärtsgewandte Politik", sagte sie.

Antoni beklagte, dass die Bundesregierung das Bildungsbudget real gesenkt habe. Vor allem das lebensbegleitende Lernen werde von ÖVP und FPÖ nicht ernst genommen, obwohl die Wirtschaft eine ständige Weiterbildung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verlange. Auch beeinträchtigte Menschen würden von der Regierung stiefmütterlich behandelt.

Posch kritisierte massiv die zentralistische Tendenz der blau-schwarzen Bildungspolitik. "Die SPÖ hat die Bildung zu den Menschen gebracht, ÖVP und FPÖ nehmen den Menschen die Bildung wieder weg". In jeder Bezirkshauptstadt habe die SPÖ eine höhere Schule eingerichtet und die Bevölkerung mit Bildung versorgt. Genau das wollten ÖVP und FPÖ nun rückgängig machen.

Altersberegr prangerte den "massiven Bildungsabbau durch Schulschließungen und Einsparungen" an. Es sei traurig, dass man im 21. Jahrhundert ein Bildungsvolksbegehren starten müsse. (APA)

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