Ohne Vorkenntnisse zur EDV-Trainerin

5. November 2001, 21:02
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Keine Angst vor Weiterbildung

Brigitte Moormann hat ihre Träume mithilfe des AMS wahr gemacht. Nach der Karenz ist die Mutter zweier Kinder aus ihrem Handelsberuf aus- und in die EDV eingestiegen.

Wien - Computer und Lehrberuf. Brigitte Moormann ist eines der Vorzeigebeispiele, die als EDV-Trainerin nun Frauen die Berührungsängste im Umgang mit dem Computer nimmt: Eigentlich kommt sie aus dem Handelsbereich, wo sie vor ihrer Karenz beschäftigt war. Danach beschloss sie sich beim AMS nach neuen Ausbildungsmöglichkeiten umzusehen und stellt heute ihren BeraterInnen ein "sehr gutes Zeugnis aus".

Diese verwiesen sie an die EDV-Ausbildung bei Pascalina in Stockerau. Die Mutter von zwei Kindern, die sich schon immer für Computer begeistern konnte, aber über keinerlei EDV-Vorkenntnisse verfügte, nahm daraufhin eine zweistufige Ausbildung in Angriff. Während Mann und Sohn sich in Haushaltsaufgaben übten, stellte sich Brigitte Moormann ein halbes Jahr lang 35 Stunden in der Woche mit Windows, Word, Exel, Power Point und Internet auf guten Fuß. Daran schloss dann ein Praktikum in der Verwaltungsabteilung des Krankenhauses in Hollabrunn an. Nachdem sie, von den Trainerinnen intensiv weiter beraten wurde, kristallisierte sich ihr endgültiger Traumberuf heraus: Lehrerin.

Ziel: Selbstständigkeit

Mit den gerade erworbenen Grundkenntnissen, die als Teilnahmevoraussetzung galten, konnte sie ihren AMS-Berater davon überzeugen. Nach erfolgreich bestandener Aufnahmsprüfung gelang ihr dann der Einstieg in die Ausbildung zur EDV-Trainerin.

In den nächsten sechs Monaten bestimmten intensive Selbstlernphasen und zwei dreiwöchige Praktika die Qualifizierung. Die ersten drei Wochen absolvierte sie ein technisches Praktikum mit Schwerpunkt Systembetreuung bzw. Kennenlernen des Computerhintergrundes. Im zweiten Praktikum wurden didaktische Fähigkeiten trainiert, indem sie als Kotrainerin arbeitete. Ihr Lehrstoff umfasste dabei das Erstellen einer Homepage, die Organisation von Telearbeit, Konflikt- und Projektmanagement. Die Computerprogramme musste sie sich dabei selbst erarbeiten und in der Gruppe referieren.

Parallel zum Theorieteil unterrichteten die zukünftigen Trainerinnen in den hauseigenen AMS-Kursen. Den Abschluss bildete die Präsentation einer Projektarbeit; Prüfungen wurden nach jedem abgeschlossenen Modul abgehalten.

Rückblickend bewertet Moormann den Vorteil "reiner Frauenkurse" vor allem "in einem offeneren Austausch unter Frauen." Dieser hat auch bewirkt, dass man ihr nach Beendigung aller Kurse sowohl bei Pascalina als auch bei der vom AMS finanzierten Beratung für Betriebsgründerinnen Mut zur Selbstständigkeit gemacht hat.

Heute arbeitet Brigitte Moormann als EDV-Trainerin bei verschiedenen KursanbieterInnen in Niederösterreich und Wien. Im Unterschied zu ihrem früheren Berufsleben im Handel profitiert sie dabei vor allem von der variablen Kurzarbeit und arbeitsfreien Samstagen - und, was noch wichtiger ist, vor allem von ihrem gestiegenen Selbstwertgefühl. Ihr Credo will Brigitte Moormann nun auch an andere Frauen weitergeben: "Keine Angst vor Weiterbildung haben und Träume nicht nur träumen, sondern auch umsetzen."

(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.11. 2001)

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