"Koala-Problem": Die Alternative

5. November 2001, 19:58
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Empfängnisverhütung statt Massentötung

Canberra - All den potenziellen Koala-Adoptiveltern, die sich bei uns zuletzt gemeldet haben, wird diese Meldung vielleicht ein wenig Beruhigung verschaffen: Es gibt Alternativ-Vorschläge zur berichteten Massentötung. Australische Tierschützer wollen Koalas empfängnisverhütende Spritzen verabreichen. Mit der Fortpflanzungspause solle der Lebensraum der Beuteltiere, die sich hauptsächlich von Eukalyptus-Blättern ernähren, bewahrt werden, sagte die Direktorin der Australischen Koala-Stiftung, Deborah Tabart.

Ohne diese Geburtenkontrolle könnten die mindestens 100.000 australischen Koalas bald ihren Lebensraum weggefressen haben. Die Fortpflanzungspause könne für die Kultivierung neuer Eukalyptus-Bäume genutzt werden. Eine Spritze würde den Koala nach Angaben der Tierschützerin für zwei Jahre unfruchtbar machen. Die einzige Alternative zur Empfängnisverhütung (oder einer Massentötung) wäre nach Tabart ein verstärkter Schutz des Lebensraumes der Koalas. Sie forderte von der Regierung ein Ende der Rodungen von Eukalyptus-Wäldern.

Der Koala steht in Australien nicht unter Naturschutz. Die Koala-Stiftung hatte von der Regierung gefordert, das Beuteltier zu einer Tierart "nationaler Bedeutung" zu erklären und so den Behörden, die Möglichkeit zu geben, schützend einzugreifen, wenn der Lebensraum des Tieres gefährdet ist. Ein Sprecher des australischen Umweltministeriums sagte hingegen, das beliebte Tier sei durch die geltenden Gesetze ausreichend geschützt. (APA/red)

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