Schwache Männer brauchen einen Tag

6. November 2001, 11:27
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"Men's World Day": Es geht um Gesundheit

Wien - Schließlich gibt es auch einen Tag des Hühnereis. Und den Frauentag: Männer, meint Georg Kindel, sind nicht das starke, sondern das schwächelnde, kränkelnde Geschlecht. "Das mit dem Starksein ist medizinisch widerlegbar", erklärt Kindel.

Kindel spricht mit dem Nachdruck eines aus tiefster Seele kompetenten Menschen: Nicht nur als Mann und Buchautor zum Thema - sondern als Organisator des Events, der am Wochenende in der Hofburg stattfand: der "Men's World Day" ist ein Kind des ehemaligen News-Society-Chefs und nunmehrigen Betreibers der PR-Firma Medical Connection. Freilich, betont der Vater der Idee vom Männertag, stehe er nicht alleine hinter dem Grund für den Prominentenauflauf: Wie - unter anderem - auch beim Bücherschreiben tritt Kindel gemeinsam mit Siegfried Meryn, dem Richard Lugner der Medienärzte, an.

"Männer gehen seltener zum Arzt, sterben früher und leben riskanter", doziert Kindel, was ihn und Meryn schon vor zwei Jahren dazu bewogen hat, im Rathaus den ersten "Männergesundheitstag" (mit über 40.000 Besuchern) zu veranstalten. Der Erfolg sei auch Bestätigung gewesen, "dass es da einen Nachholbedarf" gibt: Ein Männertag müsse her. Um den Mann fürs Mannsein zu interessieren.

In den USA trafen Kindel/ Meryn Michail Gorbatschow und fragten ihn, ob er Vormann sein wolle: Ein Männerevent, das Weltformat haben will, kann nicht Hansi Hinterseer zum Präsidenten haben: Ein kleiner Schritt für Gorbatschow, aber ein großer . . . und so weiter.

Denn mit Gorbatschow kommt die Welt. Nach Wien. "Ohne Honorar", wie Kindel betont, wenn er gefragt wird, wie er Leute vom Schlag eines Ted Turner (CNN) nach Wien bekommt: Der Event trage sich über Sponsoren. Einer ist Wien. "Weil die Imagewirkung nur noch mit dem Opernball oder dem Neujahrskonzert vergleichbar ist, wenn sogar CNN berichtet." (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.11.2001)

Thomas Rottenberg
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