Konkurrenz schnappt ÖBB Auftrag weg

5. November 2001, 19:31
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Liberalisierung beginnt zu greifen

Wien - Die Liberalisierung im Eisenbahnverkehr beginnt langsam zu greifen. Als eines der ersten Bahnunternehmen mit privater Beteiligung hat die LTE Logistik und Transport GmbH den ÖBB im grenzüberschreitenden Güterverkehr einen Auftrag weggeschnappt.

Seit Mitte September wickelt LTE für die Österreichtochter der Schweizer Holcim, ehemals Holderbank, einen Zementtransport ab, den jahrelang die ÖBB durchgeführt haben. "LTE hat uns das bessere Angebot gemacht", sagte der Chef der Holcim (Wien) GmbH, Reinhard Hartl, dem STANDARD. "Die sind auch flexibler, als es die ÖBB waren."

LTE ist eines von einem halben Dutzend Unternehmen in Österreich, die über eine eisenbahnrechtliche Konzession verfügen. Gegründet wurde das Unternehmen im September des Vorjahres; Gesellschafter sind zu jeweils 50 Prozent die Graz-Köflacher-Eisenbahn, die ihrerseits zu hundert Prozent dem Bund gehört, und die Porr Infrastruktur, eine Tochter des Baukonzerns Porr.


Internationale Pläne

Künftig wolle man auch auf anderen Märkten tätig werden, "gegebenenfalls mit internationalen Partnern", sagte LTE-Geschäftsführer Gerhard Eiblinger. Von den Slowakischen Staatsbahnen übernimmt LTE für Holcim täglich einen mit Zement beladenen Zug und führt diesen von der Grenze in Marchegg bis nach Wien/Liesing.

Einen weiteren Auftrag hat Eiblinger bereits in der Tasche. Ab Jänner wird LTE täglich mehrere Züge mit Abbruchmaterial vom Lainzer Tunnel zu einer Deponie im Wiener Umland führen. (stro, Der Standard, Printausgabe, 06.11.2001)

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