KV-Verhandlungen im Handel gescheitert

5. November 2001, 19:30
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Probleme in der Nahrungsmittelindustrie

Wien - Die Kollektivvertragsverhandlungen (KV) für rund 350.000 Handelsangestellte und rund 100.000 Beschäftigte in verwandten Unternehmen sind am Montag zum zweiten Mal gescheitert. Für den 19., 22. und 23. November wurden weitere Termine fixiert. Bis zum 24. November, dem ersten langen Einkaufssamstag, soll der neue KV-Vertrag stehen.

Die Gewerkschaft besteht auf eine reale Lohnerhöhung über der prognostizierten Inflationsrate von 2,6 Prozent, die Arbeitgeber haben wiederholt betont, dass sie sich einen Abschluss wie im Vorjahr von 2,68 Prozent nicht leisten können. Sie verweisen darauf, dass die Umsätze im ersten Halbjahr real um ein Prozent sanken.

Die Arbeitgeber bieten weiterhin eine Erhöhung der Gehälter bis 16.000 S um ein Prozent und der übrigen Einkommen um 0,9 Prozent geboten. Dies, so der zuständige Handelssekretär Erich Reichelt, sei nicht akzeptabel, vor allem deshalb, weil im Handel nur die tariflichen Mindestgehälter verhandelt werden. So schlecht könne es den Unternehmen daher nicht gehen, da Billa und Spar Millionenbeträge in die Werbeschlacht um die Euroumstellung stecken.

Gestritten wird auch bei den Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 6000 Angestellten in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Im Rahmen der Globalrunde konnte keine Einigung erzielt werden. Heute, Dienstag, werden die Verhandlungen wieder aufgenommen. Sollte es dann keine Einigung geben, ist für Mittwoch eine Betriebsrätekonferenz geplant, bei der auch Kampfmaßnahmen beschlossen werden können.

Die Arbeitgeber wollen keine Ist-Lohn-Erhöhung vereinbaren, sondern nur Mindestlöhne und Regelungen für Überzahlungen wie bei den Handelsangestellten. (APA, red, Der Standard, Printausgabe, 06.11.2001)

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