"Viele Hunde sind des Hasen Tod"

5. November 2001, 21:09
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Doch viel gefährlicher als die Jagd wird dem einstigen Steppenbewohner die schleichende Veränderung der Kulturlandschaft

Wien - Gewinner und Verlierer gibt es auch im Tierreich. Zu letzteren gehört der Feldhase, der in der modernen Kulturlandschaft oft nicht mehr jene Bedingungen vorfindet, die er für seine Existenz benötigt. Trotz seiner sprichwörtlichen Fruchtbarkeit, die ihn zum "Osterhasen" und zum Symbol des Wiedererwachens der Natur mutieren ließ, steht der Feldhase den Eingriffen des Menschen hilflos gegenüber.

Gestrandet in der Kulturlandschaft

Ursprünglich ein Steppenbewohner, lebt der Hase vor allem in Feldern. Eine Landschaft, die nicht zuletzt durch Kommassierungen gnadenlos "ausgeräumt" wurde. Zurück blieb eine Kulturlandschaft, die im Sommer dank der modernen Technik schlagartig abgeerntet und zur "Wüste" wird. Durch diesen "Ernteschock" sind die Tiere gezwungen, sich auf die wenigen Ernteflächen zu konzentrieren, wodurch Krankheiten leicht übertragen werden.

Von jenen acht bis zehn Junghasen, die von der Häsin jährlich gesetzt werden, bleiben deshalb bis Herbst lediglich ein bis drei übrig. Die übrigen haben auf Grund von Krankheiten, dem Straßenverkehr, landwirtschaftlichen Maschinen oder im Rachen von Fuchs und Co. ihr kurzes Leben beendet. Auch die Witterung ist von entscheidender Bedeutung: trockenes und warmes Wetter fördert die Entwicklung der Junghasen. Hilfsmaßnahmen

Was kann der Mensch nun tun, um dem Hasen unter die Läufe zu greifen? Vor allem die Landschaft entsprechend umgestalten. Viele kleine Wildäcker, eingesprengte Feldgehölze, Gräben und Brachflächen, wobei letztere von der EU gefördert werden, helfen dem Feldhasen. Und schließlich muss der Feldhase in der Notzeit nach dem "Ernteschock" sowie im Winter gefüttert werden. (APA)

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