Kollektivvertrags - Verhandlungen für Angestellte im Handel abgebrochen

5. November 2001, 16:45
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Arbeitgeber bieten ein Prozent mehr für Mindestlöhne und 0.9 Prozent für alle anderen

Wien - Die Verhandlungen über den Kollektivvertrag (KV) 2002 für die 350.000 Angestellten im Handel sowie 100.000 Beschäftigte in verwandten Berufen wurden am heutigen Montagnachmittag ohne weitere Annäherungen abgebrochen. "Die Arbeitgeber bewegen sich nicht" kritisierte der Handelssekretär in der Gewerkschaft der Privatangestellten, Erich Reichelt, in einer ersten Reaktion zur APA. Die Gewerkschaft werde nun jedenfalls erste Mobilisierungsschritte unternehmen und fasse in den kommenden 2 Wochen Aktionen wie Betriebsversammlungen und Informationen vor den Betreiben ins Auge.

Arbeitnehmer-Vertreter schlagen Kompromiß von 3,57 Prozent vor

"Wir haben den Eindruck, die Arbeitgeber wollen uns einen Abschluss aufzwingen", so Reichelt. An deren Angebot - 1 Prozent mehr für Mindestlöhne bis 16.000 S, 0,9 Prozent mehr für alle anderen Einkommen, habe sich nichts geändert. Die Gewerkschaft habe zuletzt als Kompromiss 3,57 Prozent vorgeschlagen. Im Vorfeld der Verhandlungen hatten die Gewerkschafter betont, heuer auf eine reale Lohnerhöhung über der prognostizierten Inflationsrate von 2,6 Prozent zu bestehen, während die Arbeitgeber wiederholt erklärten, dass sie sich einen Abschluss wie im Vorjahr von im Schnitt 2,68 Prozent nicht leisten können. Das von den Arbeitgebern vorgebrachte Argument, nur die großen Unternehmen verdienten gut, sei nicht ausschlaggebend. "Angesichts einer Konzentration wie im heimischen Lebensmittelhandel geht es es einigen Unternehmen mit oder ohne KV schlecht", so Reichelt. (APA)

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