Beziehungen zu "Feindinnen" knüpfen

12. November 2001, 20:28
posten

Internationale Tagung in Bozen: Grenzen, Konflikte und Zusammenleben aus der Sicht von Frauen

Grenzgebiete, in denen mehrere ethnische Gruppen leben, sind häufig Schauplatz von ethnischen Konflikten, Krieg und Terrorismus, wobei die Auseinandersetzungen auf geschichtlichen, sprachlichen, nationalen oder religiösen Unterschieden beruhen können. Vernünftige Lösungsansätze werden meist von der endlosen Spirale aus Intoleranz und Gewalt verschlungen.

In allen diesen Gebieten leben jedoch nicht nur kämpfende Männer, sondern auch Frauen, die sich für den Frieden einsetzen, Frauen, die Beziehungen zu ihren "Feindinnen" knüpfen und damit eine grausame Logik in Frage stellen: die Definition der eigenen kulturellen Identität durch die Negation aller anderen Identitäten.

Zur Vertiefung dieses Themas veranstalten vier Südtiroler Frauenorganisationen am 16. und 17. November 2001 in Bozen eine internationale Tagung zum Thema "Frauen – Ethnien – Nationen", in deren Rahmen Frauen aus verschiedenen Konfliktgebieten ihren Zugang zu Grenzen, Konflikten und verschiedenen Formen des Zusammenlebens schildern sollen.

Nationalismus und Separatismus

Im Rahmen der Tagung soll die Situation in verschiedenen Krisengebieten aus weiblicher Sicht beleuchtet werden, aber auch die Entstehung von Konflikten und neuen Formen von Nationalismus und Separatismus (z.B. anhand der östereichischen FPÖ oder der italienischen Lega Nord).

Es sollen weibliche Strategien sichtbar gemacht werden, die Zusammenleben ermöglichen, Konflikte friedlich lösen und die Konstruktion einer kulturellen Identität erlauben, ohne auf ethnische und nationalistische Slogans zurückzugreifen.

Die vier Organisationen, die als Veranstalterinnen zeichnen, glauben, dass gerade Bozen mit seiner mehrsprachigen Realität ein geeigneter Ort für die Tagung ist, an der Referentinnen aus Italien, Deutschland, Nordirland, Ex-Jugoslawien, Israel und Palästina teilnehmen werden. (red)

Share if you care.