Libanon mit USA wegen "Partei Gottes" auf Kollisionskurs

5. November 2001, 14:01
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Washington fordert Einfrierung von Hisbollah-Konten

Beirut - Der Libanon befindet sich auf Kollisionskurs mit den USA, nachdem Washington die Hisbollah als Terrororganisation eingestuft und Beirut aufgefordert hatte, die Vermögenswerte der "Partei Gottes" einzufrieren. Wie ein Regierungsvertreter in der libanesischen Hauptstadt am Montag mitteilte, ist der Libanon entschlossen, die amerikanische Forderung zurückzuweisen, weil Beirut weiter daran festhalte, dass die Hisbollah einen Befreiungskampf führt. Ferner lehne die libanesische Regierung das Ersuchen Washingtons ab, die Hisbollah am Guerillakrieg zur Befreiung der Shebaa-Farmen zu hindern. Der libanesische Regierungsvertreter wollte anonym bleiben.

Israel hält das Gebiet der Shebaa-Farmen an der Nordspitze des jüdischen Staates, wo die Grenzen Libanons, Syriens und Israels zusammenstoßen, seit 1967 besetzt. Die Regierung in Beirut besteht darauf, es handle sich um libanesisches Gelände. Israel sagt hingegen, die Farmen seien syrisch; über ihr künftiges Schicksal müsse in Friedensverhandlungen mit Damaskus entschieden worden. Die USA und Großbritannien hatten am Samstag alle Banken in beiden Ländern angewiesen, das Vermögen von 25 Terrororganisationen einzufrieren. Diese Liste führt auch die Hisbollah auf. Der libanesische Regierungsvertreter kritisierte, dass die Terrorliste nicht über die Vereinten Nationen an Libanon übermittelt wurde. (APA/dpa)

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