Handels-KV-Verhandlungen heuer besonders schwierig erwartet

5. November 2001, 12:40
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In Nahrungs- und Genussmittelindustrie drohen Kampfmaßnahmen

Wien - Heiß her gehen dürfte es bei den Kollektivvertragsverhandlungen (KV) für rund 350.000 Handelsangestellte und rund 100.000 Beschäftigte in verwandten Unternehmen, die heute, Montag, fortgesetzt werden. Die Vorstellungen der Sozialpartner lagen zuletzt noch so weit auseinander, dass die Gespräche am 19. Oktober unterbrochen wurden.

Die Gewerkschaft besteht auf eine reale Lohnerhöhung über der prognostizierten Inflationsrate von 2,6 Prozent, die Arbeitgeber haben wiederholt betont, dass sie sich einen Abschluss wie im Vorjahr von 2,68 Prozent nicht leisten können. Der Handel verweist auf die schlechte Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr, in dem ein reales Minus von ein Prozent eingefahren wurde. Dazu komme die Schockwirkung des 11. Septembers, die sich auf das Einkaufsverhalten bremsend auswirke.

Bis 24 November soll Einigung stehen

Die Arbeitgeber haben vor der Unterbrechung der Verhandlungen eine Erhöhung der Gehälter bis 16.000 S (1.163 Euro) um 1 Prozent und der übrigen Einkommen um 0,9 Prozent geboten. Dies, so der zuständige Handelssekretär Erich Reichelt, sei nicht akzeptabel, vor allem deshalb, weil im Handel nur die tariflichen Mindestgehälter unter Beibehaltung der Schilling-mäßigen Überzahlungen verhandelt werden. Außerdem sei der Handel - wie z.B. Spar und Billa - derzeit in der Lage Millionenbeträge in die Euro-Umstellungsschlacht zu schießen. So schlecht könne es den Unternehmen daher nicht gehen, so Reichelt.

Sollte heute keine Einigung gelingen, wurden für den 19., 22. und 23. November Ersatztermine fixiert. Bis zum 24. November, dem ersten langen Einkaufssamstag soll der neue KV-Vertrag stehen.

In Nahrungs- und Genussmittelindustrie drohen Kampfmaßnahmen

Gestritten wird auch bei den Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 6.000 Angestellten in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Im Rahmen der Globalrunde der Industrieangestellten konnte bis jetzt keine Einigung erzielt werden. Am Dienstag werden die Verhandlungen wieder aufgenommen. Sollte es dann keine Einigung geben, ist für Mittwoch eine Betriebsrätekonferenz geplant, bei der auch Kampfmaßnahmen beschlossen werden können.

Streitpunkt der KV-Runde ist wie im Vorjahr die Ist-Lohnerhöhung. Die Unternehmen wollen keine Ist-Lohnerhöhung vereinbaren, sondern eine Überzahlungsrgelung wie bei den Handelsangestellten, wo nur die Mindestgehälter bezahlt werden. (APA)

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