Japanische Walfang-Flotte in die Antarktis unterwegs

7. November 2001, 11:54
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Neuseeland und andere Länder wollen eine Schutzzone für Wale auf der Südhalbkugel einrichten

Tokio - Unter dem Protest von Tierschützern ist am Dienstag eine japanische Walfang-Flotte zu einer sechsmonatigen Fahrt in die Antarktis aufgebrochen. Dort sollen die Schiffe Jagd auf rund 400 Zwergwale machen. Die Internationale Walfangkommission (IWC) erlaubt die Jagd als Teil eines japanischen Forschungsprogramms. Die neuseeländische Regierung kritisierte die Expedition und erklärte, sie halte die Beteuerung, die Tötungsaktion diene lediglich Forschungszwecken, für vorgeschoben.

Jagd auf Zwergwale

Mitglieder der Umweltschutzorganisation Greenpeace protestierten im Hafen von Shimonoseki gegen die Jagd und riefen: "Die Welt sieht euch zu." Die IWC hatte 1986 ein globales Walfangverbot erlassen. Japan wurde jedoch eine begrenzte Fangmenge zu wissenschaftlichen Zwecken zugestanden - in der Regel etwa 400 Tiere pro Jahr. Japan, Norwegen und andere Länder, die den Walfang gestatten, argumentieren, dass die Population der Zwergwale stark genug für die Jagd ist; Japan geht von etwa 760.000 Zwergwalen in der Antarktis aus. Kritiker erklärten, die Population sei weitaus geringer. Außerdem habe die IWC bereits mehrfach festgestellt, dass eine Erforschung der Fressgewohnheiten und Wanderungsbewegungen der Tiere auch ohne deren Tötung möglich sei.

Neuseeland und andere Länder wollen eine Schutzzone für Wale auf der Südhalbkugel einrichten. Japan fordert die Aufhebung des 15 Jahre alten Walfangverbots. Die nächste IWC-Konferenz findet im Mai in Shimonoseki statt. Walfleisch gilt in Japan als Delikatesse und taucht trotz des internationalen Verbots auf den Speisekarten von Restaurants auf.(APA)

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