Walfang: Greenpeace-Protest vor japanischer Botschaft

5. November 2001, 14:18
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Weltweite Aktion gegen Auslaufen der japanischen Walfänger

Wien - Hunderte Greenpeace-Aktivisten protestierten am Montag Vormittag in einem weltweiten Aktionstag gegen das für die Nacht auf Mittwoch geplante Auslaufen der japanischen Walfangflotte. Mit riesigen Augäpfeln wollten die Umweltschützer demonstrieren, dass die Welt Japan genau beobachtet. Greenpeace forderte vor der japanischen Botschaft in Wien - ebenso wie in 17 anderen Staaten - den japanischen Premierminister Junichiro Koizumi auf, das Auslaufen der Flotte zu stoppen.

Zeitgleich mit den Protesten vor den Botschaften richteten Tausende Menschen weltweit Fax- und E-Mail-Proteste an den japanischen Premierminister: Montag ist auch Startschuss für das "Globale Wale Aktionsteam", ein Zusammenschluss von Cyber- und Realworld-Aktivisten.

450 tote Minkwale für "wissenschaftliche Zwecke"

Die japanische Walfangflotte wird den südjapanischen Hafen Shimonoseki in der Nacht auf Mittwoch verlassen. Ihr Ziel ist die Antarktis, wo die Walfänger - angeblich zu wissenschaftlichen Zwecken - 450 Minkwale erlegen wollen. Sie ignorieren dabei, wie Greenpeace am Montag in einer Aussendung betonte, eine ausdrückliche Aufforderung der Internationalen Walfang Kommission (IWC), "das Töten von Walen einzustellen" ebenso, wie die Tatsache, dass die IWC die Antarktis zu einem Walschutzgebiet erklärt hat.

Japan stehe kurz davor, das Verbot des kommerziellen Walfangs zu kippen. "Mit Entwicklungshilfegeldern kauft Japan die Mehrheit in der Internationalen Walfang Kommission! Diese Mehrheit steht im krassen Gegensatz zur weltweiten Ablehnung der Jagd auf Wale," erklärte Greenpeace-Meeresbiologin Nina Thüllen. Im Juli hatte Japan erstmals offen zugegeben, Entwicklungshilfegelder zu nutzen, um die Stimmen anderer Länder zu kaufen. Auf den Tagungen der IWC stimmen regelmäßig neun Entwicklungsländer mit Japan. Der Regierungschef eines Karibik-Staates hat laut Greenpeace sogar zugegeben, dass sein Land seine Stimme an Japan verkauft hat. Die nächste Tagung der Internationalen Walfang Kommission findet im Mai 2002 in Shimonoseki statt, dem Heimathafen der japanischen Walfangflotte. (APA)

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