Ernst-Toller-Preis für Felix Mitterer

6. November 2001, 11:35
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Für Offenlegung verdrängter und unausgesprochener Probleme

Wien - Der in diesem Jahr zum dritten Mal ausgelobte "Ernst-Toller-Preis" geht an den 1948 in Achenkirch/Tirol geborenen Felix Mitterer in Anerkennung seines Gesamtwerks im Grenzbereich zwischen Literatur und Politik, teilt der Innsbrucker Haymon Verlag mit.

Für die Jury war Mitterers Engagement für aufstörende Themen und Gestalten der großen und kleinen Geschichte von zentraler Bedeutung. "Felix Mitterer hat sich hartnäckig mit unbequemen Themen befaßt. Nationalsozialismus, Homosexualität, Terrorismus, Behinderung" immer legt er in seinen Stücken verdrängte und unausgesprochene Probleme offen und schafft damit Raum für Kritik", heißt es in der Begründung der Juroren.

Fernsehserien und Theaterstücke

Felix Mitterer ist seit 1978 ein erfolgreicher Theater- und Drehbuchautor. Die mehrteiligen Filme "Verkaufte Heimat"und "Piefke-Saga" sind seine bekanntesten, vielfach preisgekrönten Fernseharbeiten, "Kein Platz für Idioten", "Besuchszeit", "Sibirien" die am häufigsten aufgeführten Theaterstücke. Zuletzt wurde sein Stück über den großen Rebellen und Staatsutopisten Michael "Gaismair" im Sommer 2001 bei den Tiroler Volksschauspielen in Telfs uraufgeführt und hoch gelobt.

Der Preis wird an Ernst Tollers 107. Geburtstag, am 1. Dezember 2001 im Stadttheater Neuburg an der Donau verliehen. Die Laudatio hält Ruth Drexel, Volkstheater München. Der Preis ist mit 10.000 Mark dotiert, die aus Spendengeldern und Versteigerungen von Kunst- und Buchspenden stammen. 1997 wurde Albert Ostermeier und 1999 Biljana Srbljanovic ausgezeichnet.

Der Preis wird getragen von der Stadt Neuburg an der Donau und der Ernst Toller Gesellschaft e.V. Das wichtigste Ziel dieses gemeinnützigen Vereins ist die Edition von Tollers gesamtem Werk und die Archivierung seiner Schriften. Die Theaterstücke und Drehbücher Mitterers verlegt seit 1987 der Haymon Verlag Innsbruck. (APA)

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