Tarifstreit überschattet LTU-Rettung

5. November 2001, 14:55
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LTU-Piloten zu dauerhaftem Gehaltsverzicht bereit

Düsseldorf - Die LTU-Piloten wollen dem krisengeschüttelten Ferienflieger nun auch mit einer dauerhaften Gehaltssenkung um 10 Prozent helfen. Dies kündigte die Vereinigung Cockpit am Montag in Düsseldorf an. Nach Aussage des Cockpit-Vorstands Michael Tarp ist dies bereits am Freitag Rewe-Chef Hans Reischl signalisiert worden.

Unterdessen widersprach die LTU der Darstellung, die Piloten hätten die Forderungen aus dem Sanierungsplan in vollem Umfang erfüllt. Richtig sei, dass Cockpit nur eine bis 2004 befristete Absenkung der Gehälter angeboten habe. Dies sei aber inakzeptabel. Auch das Bodenpersonal und die Kabinenmitarbeiter der LTU hätten einer unbefristeten Absenkung zugestimmt, hieß es.

Piloten nicht "Schwarzen Peter" zuzuschieben

Cockpit warnte die LTU-Geschäftsführung davor, den 360 Piloten den "Schwarzen Peter" zuzuschieben. Die Pilotenvereinigung unterstreicht, dass ihr Beitrag nicht ausreichen werde. Cockpit sei aber im Schulterschluss mit dem Kabinen- und Bodenpersonal bereit, zur Rettung der LTU beizutragen. Ein weit reichendes Angebot von Cockpit liege jetzt vor, die Geschäftsführung müsse nur unterschreiben.

Die Terroranschläge in den USA würden die Tourismusbranche im Winterfluggeschäft mit Rückgängen zwischen 15 und 30 Prozent treffen. Dies werde auch an der LTU nicht vorbeigehen, befürchtet Cockpit.

Rewe will Anteil nicht aufstocken

In einem Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" erneuerte Rewe-Chef Reischl seine Absage, den Anteil (40 Prozent) an LTU aufzustocken. Der Handelskonzern könne bei der Airline weder den Eigenkapitalersatz für die Swissair darstellen noch die unternehmerische Führung des Fluggeschäfts übernehmen.

Am vergangenen Freitag war in einem Spitzengespräch der LTU- Geschäftsführung mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung, Anteilseignern und Bankenvertretern kein greifbares Ergebnis erzielt worden. Medienberichten zufolge reicht die Zahlungsfähigkeit der LTU nur noch bis Ende November. (APA/dpa)

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