Der Boom der grünen Fonds

4. November 2001, 18:54
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Österreichs Anbieter entdecken den Öko-Geldmarkt neu

Wien - Tradition hat das grüne Investment in Österreich schon seit 1989. Und Max Deml, Chef des Branchendienstes Öko-Invest und Vater des Naturaktienindizes (siehe nebenstehenden Artikel) muss es wissen. Damals, so Deml, hätten Raiffeisen und die Zentralsparkasse gleichzeitig Umweltfonds aufgelegt. Aber bald auch schon die Freude daran verloren.

Nach einigen fruchtlosen Jahren haben die Banken das grüne Feld wieder entdeckt und lassen Umweltfonds wie Pilze aus dem Boden schießen: Unter den Anbietern sind unter anderem die Erste Bank, Invesco, die Spängler Kapitalanlagegesellschaft. Die 3Banken-Generali hat einen Dachfonds ausgegeben, der nur in Umweltfonds investiert.

Die wahren Öko-Meister sind Tokos und die Gutmann Kapitalanlagegesellschaft, die schon länger auf den Öko-Geschmack gekommen sind. Die Schweizer Bank Sarasin ist ebenfalls ein Vorreiter bei ethisch-ökologischen Investments. Die Vermögensverwaltung Amis legt nun einen ÖkoFonds auf, die Volksbanken wollen im nächsten Jahr mit Umweltzertifikaten auf den Markt kommen. Auf eines sollte der Anleger aber achten: Der grüne Anstrich der ökologischen Geldanlage hat diverse Schattierungen. Nicht jedes Unternehmen ist durch und durch grün. Da hilft nur die eingehende Information.

Deml rät den Anlegern, sich vor dem Kauf eines Fonds zumindest drei oder vier anzusehn und auf den Firmenmix zu achten: "Fonds, die zu sehr den Fokus auf Abfall- oder Entsorgungsunternehmen haben, verdienten bisher zwar gut. Die Zukunft aber liegt in den erneuerbaren Energieträgern." (este, Der Standard, Printausgabe, 05.11.2001)

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