Fabuliert, inszeniert, interpretiert - Licht ins Dunkle - Chromatische Landschaft

7. November 2001, 23:47
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... in Innsbrucks Galerien

Neue Bilder von Gunter Damisch: Der Farbauftrag ist zwar nicht mehr so dick und pastos, wie er einmal das untrügliche Markenzeichen dieses Künstlers gewesen ist, die kräftige Buntheit ist aber doch erhalten geblieben. "Ein Steher in der Weltendichte" (Öl/Leinwand, 2000) etwa findet seinen Ursprung bereits in den frühen 90er-Jahren, und die einst kreierte Formenwelt hat ihren Bestand über die Jahre und Formate gehalten. Damischs Fabulierkunst feiert reizvolle Orgien, und seine Visionen geben den Blick frei auf Weltengeschichten voller bunter Assoziationen. (phil)
Galerie Thoman, 6020 Innsbruck, Adamgasse 7a,
(0512) 57 57 85. Bis 15. 12.
Eröffnung in Anwesenheit des Künstlers am Sa, 10. 11. 11.00

"Kunstfeuer" nennt sich die Inszenierung, die Gebhard Schatz, Tiroler Feuerkünstler, anlässlich seines 50. Geburtstages entwickelt hat und mit einer Fotodokumentation seiner bisherigen Feuerkunstprojekte untermauert. Seit Beginn der 80er-Jahre beschäftigt sich Schatz intensiv mit der Ästhetik von Feuer und Licht und hat mit seinen Feuerskulpturen regelmäßige Beiträge zur Kunst im öffentlichen Raum geleistet. Fast 100 Neonröhren hängen an Stahlseilen von der Holztramdecke des Ausstellungsraumes, werden unterschiedlich mit Strom gespeist und nach dem Zufallsprinzip zum Leuchten gebracht. So entsteht im Raum ein sehr rhythmisches Bildgeflecht. (phil)
Galerie Nothburga, 6020 Innsbruck, Innrain 41,
(0512) 56 37 61.
Bis 20. 11.

Von seinen Freunden und Weggefährten Wilfried Kirschl und Rudi Wach einmal als "Maler der Stille" bezeichnet, der seiner Zeit und ihrer Kunst wach und offen begegnet, wollte Anton Tiefenthaler der Realität immer mit künstlerischen Äquivalenten gegenübertreten. Ölbilder, Aquarelle und Zeichnungen zeigen seine frühe Prägung durch Herbert Boeckl, auch den Einfluss der Franzosen und schließlich die Hinwendung zur lyrischen Bildsprache. Es sind subtile, fast hingehuschte Landschaften, die Hügelketten aneinander reihen oder dem Dickicht eines Waldes eine wunderbare Chromatik verleihen. Seine Akte wiederum sind getragen von nüchterner Schärfe und für manche das Beste, was Tiefenthaler je gezeichnet hat. (phil)
Galerie Thomas Flora,
6020 Innsbruck, Herzog-Friedrich-Straße 5/III,
(0512) 57 74 02.
Bis 1. 12.

(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5. 11. 2001)

 Von
 Ursula
 Philadelphy


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