"Premiere World": Murdoch droht mit Rückzug

4. November 2001, 16:37
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Medien-Tycoon will Anteile nur bei höherer Abonnentenzahl halten

Der australisch-amerikanische Medienunternehmer Rupert Murdoch behält sich seinen Rückzug aus dem defizitären deutschen Bezahlfernsehen "Premiere World" weiter vor. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, will Murdoch seinen 22-Prozent-Anteil an "Premiere" nur halten, wenn bis Oktober 2002 die Abonnentenzahl gesteigert werden könne. Sie liege nach Schätzungen bei derzeit 2,4 Millionen. "Sollten sich die jetzigen Probleme als unlösbar erweisen, werden wir unsere Anteile an Herrn Kirch zurückgeben", habe Murdoch vergangenen Freitag in kleinem Kreis in London gesagt.

Kirch-Sprecher: Spekulation

Ein Sprecher der Kirch-Gruppe sagte am Sonntag dazu, die Frage ob Murdoch aussteigt, sei reine Spekulation. "Es ist seit langem bekannt, dass Herr Murdoch eine Ausstiegsoption für Oktober 2002 hat". Daran habe sich nichts geändert. Natürlich werde er seine Entscheidung von der weiteren Entwicklung der Geschäfte bei Premiere World abhängig machen, sagte der Sprecher.

Murdoch & Liberty?

Murdoch hält es laut "Focus" für "durchaus möglich", dass er mit dem Kabelkonzern Liberty Media auf dem deutschen Fernsehmarkt aktiv werde. Liberty habe deshalb um einen Gesprächstermin gebeten. Das US- Unternehmen hatte im September einen Großteil der Telekom-Kabelnetze mit Zugang zu zehn Millionen Kunden gekauft. (APA/dpa)

Die Mehrheit an KirchPayTV hält mit 69,75 Prozent die Kirch Holding GmbH, 22 Prozent entfallen auf BSkyB Germany, einem Tochterunternehmen der britischen Pay-TV-Gruppe von Murdoch.
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