US-Elitetruppen erlitten Dämpfer bei Bodeneinsatz

5. November 2001, 12:48
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"New Yorker": Zwölf Soldaten der "Delta Force" bei Angriff auf Stützpunkt von Taliban-Chef Omar verletzt - US-Generalstabschef dementiert

New York - Bei einem Angriff auf ein Anwesen des afghanischen Taliban-Chefs Mullah Mohammed Omar sind nach einem US-Zeitungsbericht vor zwei Wochen zwölf US-Elitesoldaten verwundet worden. Nach dem beinahe tödlich endenden Gefecht überprüften Militärs das Konzept für künftige Einsätze der Spezialeinheiten, berichtete das Magazin "The New Yorker" am Sonntag in einer Vorausmeldung. Von den zwölf verletzten Kämpfern der Elitetruppe "Delta Force" hätten drei schwere Verwundungen erlitten. Bei ihrem Überraschungseinsatz am 20. Oktober sei die Einheit auf stärkeren Widerstand gestoßen als erwartet und habe sich "den Weg in die Sicherheit freikämpfen" müssen, hieß es in dem Bericht.

Die Truppe habe den Komplex von Mullah Omar nahe Kandahar gestürmt. Als sie das Anwesen wieder verlassen wollte, sei sie plötzlich angegriffen worden. "Es war wie ein Hinterhalt", zitierte das Blatt einen hochrangigen Offizier. Die Taliban hätten Pistolen und Granaten eingesetzt und seien den US-Soldaten überlegen gewesen. Die Elitetruppe habe umgehend den Rückzug angetreten und ihre Pläne fallenlassen, in der Region eine Undercover-Truppe zu installieren. Ein Offizier kritisierte gegenüber dem Blatt eine mangelnde Planung derartiger Einsätze. Der Oberkommandierende für den Afghanistan-Einsatz, Tommy Franks, habe "keinen Plan". Taktiken und Vorgehensweisen für solche Aktionen würden seit dem Fiasko komplett überprüft.

US-Generalstabschef dementiert

US-Generalstabschef Richard Myers Richard Myers wies den Bericht scharf zurück. Wie bekannt sei seinerzeit ein an der Mission beteiligter Hubschrauber auf pakistanischem Boden abgestürzt. Dabei habe es zwei Tote und zwei Verletzte gegeben. Von den in Afghanistan abgesetzten Elitesoldaten hätten einige etwa beim Fallschirmabsprung Kratzer oder blaue Flecken erlitten. Das sei alles gewesen.

Die Taliban hätten entgegen der Darstellung des "New Yorker" keinen Widerstand geleistet, sondern hätten sich in einem "Zustand der Unordnung" befunden. Die Operation in Afghanistan sei "makellos" verlaufen. Ähnlich äußerte sich auch der Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte im Afghanistan-Krieg, General Tommy Franks, in einem ABC-Interview. (APA)

NACHLESE:

20. Oktober 2001:
Rangers beim Absprung
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