Telekom Austria: Gruppen für Übernahmepoker formieren sich

4. November 2001, 15:26
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Haselsteiner und Raiffeisen/UNIQA wollen mitbieten

Wien - Für den kommenden Übernahmepoker um die Telekom Austria (TA) formieren sich bereits zwei Bietergruppen. Wie das Nachrichtenmagazins "Format" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, will neben einem Konsortium rund um den britisch-amerikanischen Investmentfonds Providence auch eine von der US-Investmentfirma Kohlberg, Kravis & Roberts (KKR) geführte Gruppe, mit dem österreichischen Bauindustriellen Hans-Peter Haselsteiner und den Aktionären seiner Bau Holding Strabag (Familie Soravia, Raiffeisen und UNIQA Versicherung) an Bord, für die TA bieten.

KKR, die auch am Dornbirner Leuchtenproduzenten Zumtobel beteiligt sind, hätten bisher schon Deals mit einem Transaktionsvolumen von rund 100 Mrd. Dollar (111 Mrd. Euro/1.522 Mrd. S) abgewickelt, schreibt "Format". Für internationales Aufsehen sorgte 1988 ihre Schlacht um den Food- und Zigarettenkonzern RJR Nabisco.

Haselsteiner interessiert

Laut "Format" steht KKR in Kontakt mit dem Kärntner Bauindustriellen Hans-Peter Haselsteiner, der bereits verlautbarte, bei der Privatisierung der TA mitmischen zu wollen. Die Aktionäre von dessen Bau Holding Strabag (die beiden Familien Haselsteiner und Soravia, Raiffeisen und die UNIQA Versicherung) seien mit 10 Prozent im KKR-Konsortium dabei, berichtet das Magazin. Dem Konsortium sollen weiters auch der britische Fonds Doughtey Hanson und zwei weitere Fonds angehören. Der Raiffeisen-Geldsektor wolle entgegen ursprünglicher Aussagen jetzt nicht mehr nur Kredite geben, sondern auch als Gesellschafter bei der TA einsteigen, wie es in dem Vorab-Bericht heißt.

Providence und Apax: Gespräche seit dem Sommer

Noch weiter gediehen seien die Vorbereitungen des Investmentfonds Providence und der Münchner Beteiligungsfirma Apax, schreibt "Format". John C. Hahn, Providence-Manager in London, führt laut "Format" bereits seit Sommer Gespräche mit TA-Haupteigentümer ÖIAG: "Wir haben Interesse an der Telekom Austria. Da wir ausschließlich in Communications investieren, ist Österreich für uns eine Gelegenheit, die wir uns ansehen." Inzwischen seien die Apax und die Bank of America mit einem konkreten Angebot für die Kreditfinanzierung dazugestoßen. Die Gruppe will dem Bericht zufolge möglichst noch heuer ein verbindliches Offert für die TA-Übernahme vorlegen.

Verhandlungen gebe es auch mit dem Wiener Beteiligungsfinanzierer UIAG, der eine Beteiligung am Providence-Konsortium prüfe. Die Zusammenarbeit mit dem Industriellen Hannes Androsch, der bis zur vergangenen Woche als Berater eingeplant war und auch ein paar Anteile erwerben sollte, "wurde vorderhand auf Eis gelegt", wie Androsch gegenüber "Format" einräumt. Man habe sich u.a. nicht auf die Gage für den Ex-Finanzminister einigen können. (APA)

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