Zwei Tote und Dutzende Verletzte bei Attentat in Jerusalem

4. November 2001, 22:19
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Palästinensische Führung verurteilt Attentat - Isralische Armee hält dennoch an Rückzugsplänen fest

Jerusalem - Bei einem Anschlag bewaffneter Palästinenser auf einen Bus in Jerusalem sind am Sonntag zwei Israelis erschossen und Dutzende Menschen verletzt worden. Einer der bis zu drei Attentäter sei anschließend von Sicherheitskräften getötet worden, teilte die israelische Polizei mit. Die radikale Palästinenserorganisation Hamas bekannte sich in einem Anruf bei einem palästinensischen Fernsehsender in Bethlehem zu dem Anschlag. Nach anderslautenden Angaben bekannte sich die extremistische Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad zu der Tat.

Nach Rundfunkberichten schoss ein Palästinenser aus einem Auto heraus auf den Autobus, der im jüdischen Viertel French Hill im arabischen Ostteil Jerusalems unterwegs war. In dem Bekenneranruf erklärte ein Hamas-Sprecher, der Anschlag sei die Rache für den Tod des Hamas-Führers Jamil Jadallah, der am Mittwoch in Hebron von der israelischen Armee bei einem Hubschrauberangriff gezielt getötet worden war.

40 Personen im Bus

Eine Frau aus dem Bus sagte im Rundfunk: "Wir sahen einen palästinensischen Terroristen von draußen auf uns schießen. Er hörte nicht auf zu schießen." Die Polizei fahndete nach zwei weiteren Tatverdächtigen. Der israelische Regierungssprecher Awi Pasner sagte, der Anschlag zeige, dass die Welle der Gewalt in Nahost weitergehe, ohne dass die Palästinenser-Regierung ihr Einhalt gebiete.

Ein Rundfunkreporter berichtete vom Tatort an einer belebten Kreuzung, auf dem Gehsteig seien blutende Bus-Passagiere, aber auch verletzte Passanten zu sehen. Nach Angaben von Rettungshelfern befanden sich insgesamt 40 Personen in dem beschossenen Bus.

Palästinensische Führung verurteilt Attentat Die palästinensische Führung hat das Attentat am Sonntagabend verurteilt. Israel trage jedoch die Schuld an der Verschlechterung der Lage, hieß es in einer in Gaza veröffentlichten Erklärung. Die palästinensischen Sicherheitsbehörden hätten den Auftrag, die Hintermänner des Anschlags zu jagen und festzunehmen.

Armee hält an Rückzugsplänen fest

Die israelische Armee hält trotz des Anschlags an ihrem Rückzugsplan aus der Palästinenserstadt Kalkilia im Westjordanland fest. "Nichts hat sich geändert. Wenn es weiterhin ruhig bleibt, wird sich die Armee in der Nacht zum Montag zurückziehen", sagte ein Beamter des Verteidigungsministeriums in Jerusalem am Sonntagabend. Die Schüsse auf einen israelischen Armeeposten in Kalkilia am frühen Abend seien ein "isolierter Einzelfall" gewesen, fügte er hinzu. (APA/Reuters/dpa)

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