Weiter außenpolitischer Zwist zwischen Schüssel und der SPÖ

4. November 2001, 14:10
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Gusenbauer appelliert in Brief an Peres für Botschafter in Österreich

Wien - Prolongiert wurde am Wochenende die Auseinandersetzung zwischen der Regierung und der SPÖ in Sachen Reisetätigkeit. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) forderte SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer im "Kurier"-Interview (Sonntag-Ausgabe) auf, bei Auslandsreisen "die gemeinsamen Spielregeln" zu beachten. Der Außenpolitische Sprecher der SPÖ, Peter Schieder, wies dies als "unsachlich" zurück.

Es sei wichtig, "nicht einen parteipolitischen Streit ins Ausland zu tragen", "Wir sind dann als Österreicher unterwegs, nicht als Parteipolitiker", meinte Schüssel zu den Neuwahl-Aussagen Gusenbauers während seiner Israel-Reise. "Schüssel soll es endlich unterlassen, das außenpolitische Engagement des SPÖ-Vorsitzenden in unsachlicher Weise zu kritisieren", meinte darauf Schieder. Der Kanzler wolle damit nur von den Koordinierungsproblemen innerhalb der Regierung ablenken.

Gusenbauer hat sich unterdessen in einem Brief an Israels Außenminister Shimon Peres neuerlich für die Entsendung eines israelischen Botschafters nach Wien eingesetzt. "Ich bin sicher, dass nur ausgewogene und vollständig normalisierte diplomatische Beziehungen die Zusammenarbeit zwischen Israel und Österreich zum gegenseitigen Nutzen weiter verstärken und vertiefen würden", schrieb er. (APA)

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