Rumsfeld sieht "messbare Fortschritte"

4. November 2001, 22:00
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"Taliban-Regierung nicht mehr voll handlungsfähig"

Taschkent - Der US-Militäreinsatz in Afghanistan macht nach den Worten von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld "messbare Fortschritte". "Der Versuch, mit terroristischen Netzen fertig zu werden, bewegt sich in einem Tempo, das messbare Fortschritte zeigt", sagte Rumsfeld am Sonntag in der usbekischen Hauptstadt Taschkent. Zuvor hatte er Gespräche mit dem usbekischen Präsidenten Islam Karimow geführt. In Usbekistan sind mindestens 1000 US-Soldaten stationiert. Zudem hat das Land einen Flughafen für humanitäre und Rettungseinsätze zur Verfügung gestellt. Rumsfeld und sein usbekischer Amtskollege Kadir Gulamakow sagten, die bisher vereinbarte Zusammenarbeit werde nicht verändert.

Rumsfeld hatte zuvor Russland und Tadschikistan besucht und wurde noch am Sonntag in Pakistan erwartet. Die USA greifen Afghanistan seit dem 7. Oktober an. Sie fordern von der dortigen Taliban-Regierung die Auslieferung des moslemischen Extremisten Osama bin Laden, den sie für die Anschläge am 11. September verantwortlich machen.

Usbekistan weiter gegen Kampfeinsätze von seinem Gebiet

Usbekistan lehnt weiterhin Kampfeinsätze von US-Truppen von ihrem Gebiet gegen Afghanistan ab. Das teilte Rumsfeld nach einem Gespräch mit Karimow am Sonntag in Taschkent mit. Die Militäraktion gegen die Taliban-Milizen mache weiterhin gewichtige Fortschritte, sagte der Pentagon-Chef zur militärischen Lage.

Usbekistan hatte als erste frühere Sowjetrepublik den USA eine Stationierung von Flugzeugen und Truppen erlaubt. Allerdings dürfen diese nur für humanitäre Einsätze und Rettungsflüge über Afghanistan eingesetzt werden, nicht für Angriffe auf das Nachbarland.

Am Samstagabend hatte Rumsfeld in Tadschikistan die Erlaubnis erhalten, dass die USA den Luftraum der GUS-Republik nicht nur für humanitäre Flüge, sondern auch für Kampfeinsätze nutzen dürfen. Zuvor hatte der Pentagon-Chef Russland besucht.

"Taliban-Regierung nicht mehr voll handlungsfähig"

Nach vier Wochen Luftangriffen betrachten die USA die Taliban-Regierung in Afghanistan als nicht mehr voll handlungsunfähig. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte am Sonntag in Islamabad: "Die Taliban funktionieren als Regierung nicht mehr richtig. Als Streitmacht verfügen sie über Machtkonzentrationen. Sie haben militärisches Potenzial. In einigen Enklaven verlieren sie die Macht, ihren Willen durchzusetzen." Rumsfeld äußerte sich nach einer Unterredung mit dem pakistanischen Außenminister Abdul Sattar.

Rumsfeld konferierte in Islambad auch mit Präsident Pervez Musharraf, der den USA die Benutzung des Luftraumes sowie dreier Stützpunkte für logistische Zwecke und für Bergungseinsätze erlaubt. Er hat den USA zudem den Zugang zu Geheimdiensterkenntnissen versprochen. Pakistan gehörte bis vor kurzem zu den engsten Taliban-Verbündeten. (APA/Reuters)

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