Robertson: Alleinige Verantwortung Bin Ladens ungewiss

4. November 2001, 10:15
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TV-Sender Al Jazeera brachte Interview mit NATO-Generalsekretär

Dubai - NATO-Generalsekretär George Robertson hat in einem am Sonntag gesendeten Interview gesagt, es sei unklar, ob der moslemische Extremist Osama bin Laden die alleinige Verantwortung für die Anschläge am 11. September in den USA trage. "Weil es so komplexe Operationen waren, wissen wir nicht, ob er alleine für die Organisation und Koordination dieser Taten verantwortlich ist", sagte Robertson. Das Interview wurde von dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera gesendet, der in Katar sitzt. Roberstons Antworten wurden auf Arabisch übersetzt. Es war unklar, wann das Gespräch aufgenommen worden ist.

Osama bin Laden wird mit seiner Organisation El Kaida von der US-Regierung für die Anschläge verantwortlich gemacht. Er soll sich in Afghanistan unter dem Schutz der dortigen, radikal-islamischen Taliban-Regierung aufhalten. Die USA fliegen seit vier Wochen Luftangriffe gegen das Land.

NATO will Angriffe stärker unterstützen

Robertson bekräftigte in dem Gespräch die Bereitschaft der NATO, die USA bei ihren Angriffen auf Afghanistan stärker zu unterstützen. "Es ist klar, dass sich das, was jetzt geschieht, gegen diejenigen richtet, die diesen Horror verursacht haben, und der hat seinen Ursprung außerhalb des NATO-Bereichs", sagte er. Falls die NATO zum Einsatz komme, geschehe dies im Rahmen der von den USA gebildeten Koalition. "Die Terroristen müssen begreifen, dass sie einen hohen Preis bezahlen werden", sagte Roberston. Bei den US-Luftangriffen auf Afghanistan handle es sich nicht um einen Krieg gegen den Islam.

Die NATO hat drei Wochen nach den Anschlägen in den USA, am 2. Oktober, den "Bündnisfall" festgestellt. Dies bedeutet, dass sie die Anschläge als Angriffe von außen auf einen der NATO-Partner versteht und damit eine Beistandspflicht als gegeben betrachtet. (APA/Reuters)

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