Israel beschießt Fabriken im Gazastreifen

4. November 2001, 09:57
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Sharon sagt Besuch in Washington wegen der angespannten Sicherheitslage vorerst ab

Gaza - Die israelischen Streitkräfte haben am Sonntag drei Fabrikgebäude im Gazastreifen mit Raketen beschossen und in Brand gesetzt. In den Betrieben seien Granaten produziert worden, erklärten die Streitkräfte. Bewohner des Gazastreifens wiesen diesen Vorwurf zurück und gaben an, dass dort Holzsägen und Schneidemaschinen für Marmor hergestellt worden seien.

Während des Beschusses mit Boden-Boden-Raketen kreisten auch mehrere Kampfhubschrauber über dem nördlichen Gazastreifen und griffen Ziele am Boden mit großkalibrigen Geschossen an. Augenzeugen zufolge wurden auch mehrere Nachbargebäude der Fabriken getroffen. Im nahe gelegenen Beit Hanun wurde eine Polizeiwache mit Granaten beschossen und zerstört. Am Samstagabend wurde ein Major der palästinensischen Sicherheitskräfte von israelischen Soldaten erschossen.

Den jüngsten Angriffen ging ein Treffen des israelischen Außenministers Shimon Peres mit dem palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat voraus. Bei der sehr kurzen Unterredung am Samstag auf Mallorca ging es vor allem um den Rückzug israelischer Truppen aus besetzten Ortschaften des Autonomiegebiets. Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon sagte unterdessen einen geplanten Besuch in Washington vorerst ab. Sharons Sprecher David Baker begründete die Entscheidung mit der angespannten Sicherheitslage. (APA/AP)

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