Gorbatschow verleiht Preise zum "Weltmännertag"

4. November 2001, 12:49
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"Männer, die die Welt veränderten" ausgezeichnet - "Internationale Koalition für humanere Welt notwendig"

Wien - Der Friedensnobelpreisträger und sowjetische Ex-Präsident Gorbatschow hat Samstag Abend in der Wiener Hofburg anläßlich des Weltmännertag Preise "an Männer, die die Welt veränderten" vergeben. Unter den Preisträgern befinden sich der deutsche Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher, der Tenor Luciano Pavarotti, der Unternehmer Richard Brandon sowie der Ex-Beatle Paul McCartney und den Schauspieler Alain Delon. Die Gala stand unter dem Motto "Männer gegen Gewalt". Gorbatschow sagte in seinen einleitenden Worten, die Terroranschläge gegen die USA am 11. September machten eine internationale Koalition für eine humanere Welt und Toleranz notwendig.

Zu Beginn der Veranstaltung trat ein Mitglied der afghanischen Frauenrechtsorganisation RAWA, Frau Shala, auf und beklagte, dass "ihr Volk seit 20 Jahren leidet" - nach der sowjetischen Besetzung unter dem afghanischen Bürgerkrieg und nun unter dem amerikanischen Bombardement. Eine Demokratisierung und Förderung der Menschenrechte sei ohne internationale Hilfe nicht möglich.

Würdigung für Genscher

Gorbatschow würdigte vor allem Genscher, der geholfen habe, den atomaren Wettlauf zu stoppen und den Kalten Krieg zu beenden. Genscher betonte in seiner Dankesrede, dass Österreich im Kalten Krieg "viel zur Überwindung von Gegensätzen beigetragen" habe. Die Terroranschläge vom 11. September seien ein Signal gewesen für die Menschen, gegen die Gewalt aufzustehen und "eine Welt der Gerechtigkeit zu schaffen".

Weitere Preisträger sind die New Yorker Feuerwehrmänner für ihre Leistungen im Gefolge der Terroranschläge auf das World Trade Center, Steven Spielberg für seinen weltweiten Einsatz für Toleranz und Gerechtigkeit, CNN-Gründer Ted Turner, der Aidsforscher Robert Gallo sowie der deutsche TV-Moderator Günther Jauch. Schließlich erhielt die Modefirma Dolce und Gabbana eine Auszeichnung für künstlerische Innovation und schließlich der österreichischen Physiker Anton Zeilinger für die Entdeckung des Beamens, "das die Physik des 21. Jahrhunderts grundlegend verändern wird", so die Begründung der Jury.

Durch den Abend führten der Schauspieler Maximillian Schell sowie die ORF-Moderatorin Ingrid Thurnher. Die Gesangseinlagen steuerten Cher und Marti Pellow bei. (APA)

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