Ungarn: Rechtsextreme MIEP rechnet mit hohen Wahlchancen

3. November 2001, 21:21
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Csurka will aus allen Ungarn "gesetzestreue" Bürger machen

Budapest - Die rechtsextreme ungarische Wahrheits- und Lebenspartei (MIEP) rechnet bei den Parlamentswahlen im Frühjahr 2002 mit 15 bis 20 Prozent der Stimmen. Beim Wahlkampfauftakt am Samstag im südungarischen Kaposvar erklärte MIEP-Chef Istvan Csurka, die Regierung werde mit der Wahrheitspartei rechnen müssen. MIEP-Kandidaten könnten weder Alkoholiker, Drogenabhängige noch Homosexuelle werden, da diese "den bevorstehenden schweren Aufgaben nicht gewachsen sind". Laut Csurka werde die Wahlkampagne eine "gemeine Schlammschlacht".

Wie die ungarische Nachrichtenagentur MTI berichtet, habe Csurka versprochen, die MIEP würde als Regierungskraft auch aus jenen Bürgern "gesetzestreue Menschen machen, die es heute nicht sind". Bei den Parlamentswahlen werde die "nationale Seite" die Zwei-Drittel-Mehrheit erlangen und damit jene "grundlegenden Veränderungen in Ungarn herbeiführen, die seit zehn Jahren auf sich warten lassen".

Csurka ist überzeugt, dass die "sozialliberale Seite bei den Parlamentswahlen eine Niederlage einstecken muss", der Bund Freier Demokraten (SZDSZ) könnte den Einzug ins Parlament verpassen. Seine MIEP wiederum sieht Csurka nach den Parlamentswahlen als drittstärkste Parlamentspartei. (APA)

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