FAO will mehr Finanzmittel zur Bekämpfung des Hungers

3. November 2001, 21:05
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Zusätzliche 900 Millionen Dollar erforderlich - 815 Millionen Menschen weltweit unterernährt

Rom - Die UNO-Welternährungsorganisation FAO hat am Samstag mehr Geld für ihren Einsatz gegen die Hungersnot gefordert. FAO-Generaldirektor Jacques Diouff erklärte anlässlich der Eröffnung der 31. Konferenz der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation im Rom, dass die FAO ohne zusätzliche Finanzmittel in der Höhe von 900 Millionen Dollar (995 Mill. Euro/13,70 Mrd. S) ihre Ziele nicht erreichen könne. "Es ist unannehmbar, dass 815 Millionen Menschen in der Welt unterernährt sind", betonte Diouff, der die Mitgliedsstaaten dazu aufrief, Verantwortung zu übernehmen.

Während die Zahl der Unterernährten in den Entwicklungsländern stagniere, seien in den westlichen Industriestaaten elf Millionen sowie in Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion rund 27 Millionen Menschen vom Hunger betroffen. Hätte man den Hunger in vielen Ländern aktiver bekämpft, hätte das Wirtschaftswachstum nach Meinung der FAO in den letzten Jahren um bis zu 45 Prozent höher ausfallen können.

"Politischer Natur"

"Das Problem der Hungers ist vor allem politischer Natur", sagte Diouff. Mindestens 900 Millionen Dollar seien notwendig, um das Sonderprogramm für Nahrungssicherheit in der Welt umsetzen zu können. Diouff betonte auch, dass die FAO im Rahmen der 1994 eingeleiteten Umstrukturierung 50 Millionen Dollar (761 Mill. S / 55,3 Mill. Euro) pro Jahr eingespart und 650 Arbeitsplätze abgebaut habe: "Keine andere UNO-Organisation hat eine so starke Budgeteinschränkung über die Bühne gebracht."

Die FAO hat ihren Sitz in Rom. An der zwölf Tage dauernden Konferenz, die am Freitag begonnen hat, nehmen Landwirtschaftsminister und Delegierte aus 180 Ländern teil. Gleichzeitig mit der Konferenz hätte ein Treffen der Staats- und Regierungschefs der FAO-Mitgliedsländer stattfinden sollen. Es wurde wegen der Sicherheitslage nach dem 11. September auf das kommende Jahr verschoben. Der letzte FAO-Gipfel im Jahr 1996 hatte eine Halbierung der Hungeropfer bis zum Jahr 2015 zum Ziel erklärt. (APA)

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