RHI: 14 von 27 US-Werken vor Schließung

3. November 2001, 16:27
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Wegen 600.000 Asbestklagen könnte auch das gesamte US-Geschäft der RHI abgetrennt werden

Wien - Der Feuerfest-Konzern RHI muss eventuell die Hälfte der Fabriken in den USA schließen. In der Montag-Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Format" wird RHI-Chef Georg Obermeier zitiert: "14 von 27 US-Werken müssen wir möglicherweise sperren." Die Produktionen seien nicht ausgelastet, schon im Halbjahr seien in Übersee 230 Millionen Schilling Verlust verbucht worden. Seither habe sich die Lage noch verschärft.

Ausserdem, so der Bericht, müsse ein "gravierendes Asbestproblem" raschest gelöst werden. In den USA seien Sammelklagen mit insgesamt 600.000 Fällen von möglichen Asbestgeschädigten gegen die RHI eingebracht worden. Das Unternehmen sei zwar auf 2,5 Milliarden Dollar versichert, ob diese Summe reicht, sei aber nicht sicher.

"Format" berichtet von einem streng vertraulichen Papier des Consulters Roland Berger, der vorschlage, alle amerikanischen RHI-Töchter abzuspalten, um Haftungen zu verhindern. Danach könnten die RHI-Firmen Global Industrial Technologies (GIT), A.P. Green, Harbison-Walker und Narco in eine neue Mantelgesellschaft eingebracht werden. Eigentümer dieser so genannten "NewCo" sollen Manager und Anwälte sein, die sich auf solche Risikodeals spezialisiert haben. Obermeier: "Die Abspaltung des USA-Geschäfts vom österreichischen ist ein Thema. Es muss da aber noch mehr Gehirnschmalz rein rinnen." (APA)

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