Vorarlberger SPÖ will Alternative zu Schwarz-Blau sein

3. November 2001, 15:06
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Neo-Geschäftsführer Boss für Entkriminialisierung des Cannabis-Konsums

Bregenz - Der Geschäftsführer der SPÖ-Vorarlberg, Thomas Boss, will eine attraktive Alternative zu Schwarz-Blau entwickeln. Das betonte er in einem ORF-Interview mit Radio Vorarlberg am Samstag. Boss (43), langjähriger Drogen-Koordinator des Landes Vorarlberg, ist seit 1. November mit der Führung der Geschäfte der SPÖ Vorarlberg betraut.

Er habe keine Ambitionen auf ein politisches Mandat und sehe sich primär als Partei-Manager, erklärte der Diplomsozialarbeiter und Psychotherapeut, der mehr als zehn Jahre lang eine Drogen-Betreuungsstelle in Wien gleitet hatte und anschließend neun Jahre lang als Drogen-Koordinator des Landes Vorarlberg tätig war. Als SPÖ-Geschäftsführer will Boss ur-sozialdemokratische Positionen wie Solidarität, Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit stärker herausarbeiten. Bei der Landtagswahl 1999 erreichte die SPÖ einen Stimmenanteil von 13 Prozent. 15 bis 16 Prozent bei der nächsten Landtagwahl wären, so Boss, "ein großer Erfolg".

In seiner bisherigen Tätigkeit als Drogen-Koordinator hielt sich Boss an die Vorgaben der Landesregierung, die eine Freigabe von Cannabis strikt ablehnt. Im ORF-Interview am Samstag sprach sich Boss für die Entkriminalisierung von Cannabis aus. "Es ist wissenschaftlich eindeutig erwiesen, dass Cannabis zwar eine Droge ist, aber nicht schädlicher als Alkohol oder Tabak", sagte Boss.

Nachdem der 40-jährige Rudolf Längle nach nur einem Jahr als SPÖ-Geschäftsführer im Juni seinen Rücktritt aus privaten Gründen erklärte, entschied sich der SPÖ-Vorstand Ende September in einem Hearing für Thomas Boss als neuen Landesgeschäftsführer. (APA)

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