Montenegrinische Opposition weiter für Fortbestand Jugoslawiens

3. November 2001, 14:00
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SNP-Chef Bulatovic tritt für gemeinsamen Staat ein

Belgrad - Die montenegrinische Opposition "Gemeinsam für Jugoslawien" hat ihren Standpunkt, dass Serbien und Montengro weiter in einem gemeinsamen Staat verbleiben sollten, erneut bekräftigt. Predrag Bulatovic, Chef der Sozialistischen Volkspartei Montenegros (SNP), erklärte nach einem Treffen mit Vertretern der Demokratischen Opposition Serbiens (DOS) am Freitag in Belgrad, dass Montenegro einen Partner in Serbien habe, mit dem es einen gemeinsamen Staat bilden könne und wolle. Zudem unterstütze auch die internationale Gemeinschaft den Fortbestand des jugoslawischen Staates, wurde Bulatovic am Samstag von den jugoslawischen Medien zitiert.

Nach Gesprächen mit dem jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica, dem serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic und dem jugoslawischen Vizepremier Miroljub Labus betonte der SNP-Vorsitzende, dass die Probleme dort gelöst werden müssten, wo sie auch entstanden seien: In Montenegro mit dem Willen des Volkes. Bezüglich des von der Regierung in Podgorica angekündigten Referendums erklärte Bulatovic, dass daran alle Bürger Montenegros, also auch jene in Serbien lebenden, teilnehmen sollten. Zudem müsse es eine klare Frage über die Unabhängigkeit geben und erforderlich seien 50 Prozent und eine Stimme, nannte Bulatovic die Bedingungen der SNP für das Referendum.

Die DOS habe jedenfalls keine Absichten, sich in die Angelegenheiten Montenegros einzumischen. Dies sei auch nicht wünschenswert, aber zugleich könne auch niemand den Bundespolitikern das Recht nehmen, ihre Standpunkte zu äußern, weil Jugoslawien auch bestehe. Als positiv bezeichnete Bulatovic auch die Haltung Serbiens, dass es eine bestimmte Periode lang die ungelöste Situation in Podgorica tolerieren werde. "Aber auch wir haben nicht das Recht, dass wir unbegründet lange die Bürger Serbiens in der Ungewissheit lassen", so Bulatovic.

Die Zukunft Jugoslawiens wird aller Voraussicht nach beim Unabhängigkeitsreferendum in Montenegro entschieden, dass im Frühjahr nächsten Jahres stattfinden soll. Während der montenegrinische Präsident Milo Djukanovic und die Regierung in Podgorica weiterhin nach Unabhängigkeit streben und eine eventuelle Union zweier unabhängiger Staaten in Erwägung ziehen, bemüht sich Belgrad um die Umbildung der Föderation, deren Befugnisse und Zuständigkeiten drastisch abgebaut werden sollen. (APA)

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