Arafat bekräftigt Willen zu Verhandlungen

3. November 2001, 14:14
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Israels Peres fordert nach Kurz-Treffen auf Mallorca Durchsetzung der Waffenruhe

Pollensa/Spanien - Der palästinensische Präsident Yasser Arafat und der israelische Außenminister Shimon Peres haben am Samstag bei einem Treffen am Rand einer Wirtschaftskonferenz auf Mallorca über einen israelischen Truppenabzug aus Städten im Westjordanland gesprochen. Peres deutete an, der Rückzug könne bereits zu Beginn der kommenden Woche beginnen. Arafat müsse sich an den Waffenstillstand halten und dafür Sorge tragen, dass die palästinensische Polizei die Sicherheit in den geräumten Gebieten sicherstelle, forderte Peres. Arafat bekräftigte seine Forderung nach der Entsendung internationaler Beobachter, die den Waffenstillstand überwachen und den Abzug der israelischen Truppen garantieren sollen.

Beide Seiten erklärten, es habe sich nicht um offizielle Verhandlungen gehandelt. Bereits am Freitag hatten Arafat und Peres auf Mallorca miteinander gesprochen. Es war das erste Treffen der beiden Politiker seit dem 26. September. Auch der spanische Ministerpräsident Jose Maria Aznar und der ägyptische Präsident Husni Mubarak nahmen daran teil. Da Peres vom israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon kein Verhandlungsmandat erhielt, wurden von den Treffen mit Arafat keine konkreten Ergebnisse erwartet. Noch kurz vor der ersten Begegnung hatte Scharon betont, es werde keine offiziellen Verhandlungen geben.

In Ramallah schossen am Samstag israelische Soldaten mit Tränengas und Gummigeschossen auf demonstrierende Studenten, die gegen eine militärische Kontrollstelle vor ihrer Universität protestierten. Unter den Demonstranten befanden sich auch amerikanische Studenten. Berichte über Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Am Freitag war in der Nähe von Ramallah ein israelischer Soldat vermutlich von bewaffneten Palästinensern erschossen worden, wie die Armee am Samstag mitteilte. Im Gazastreifen zerstörten israelische Bulldozer zwei palästinensische Häuser in der Nähe der israelisch-ägyptischen Grenze.(APA/AP)

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