Online-Werbebranche fürchtet um Internet-Cookies

3. November 2001, 10:40
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Europäisches Parlament will keine Bespitzelung der User

Das britische Internet Advertising Bureau IAB sieht die so genannten Cookies durch eine Richtlinie der Europäischen Kommission gefährdet. Die Interessenvertretung für Online-Werbung sieht in den für den User nicht sichtbaren Datensammlern ein unverzichtbares Instrument für werbende Firmen. In einer Aktion unter dem Motto "Save our cookies" will das IAB den drohenden Verlust von kolportierten 187 Mio. Pfund (4,2 Mrd. Schilling/ 303,5 Mio. Euro) verhindern.

Am 13. November werden Richtlinien beraten

Die Europäische Kommission berät am 13. November über den Richtlinienentwurf "Verarbeitung personenbezogener Daten und den Schutz der Privatsphäre in der elektronischen Kommunikation". Das Europäische Parlament EP hat in seiner Stellungnahme zur Richtlinie Cookies als Bespitzelungsinstrumente klassifiziert. Die Parlamentarier wollen zumindest, dass der User vorher gefragt wird, ob er Cookies akzeptiert.

"Das Ende der Datensammler"

Wenn die Kommission dieser Interpretation folgt, könnte dies das Ende für die Datensammler bedeuten. Das IAB wehrt sich gegen die Sichtweise, Cookies seien Bespitzelung. Vielmehr sieht es Cookies als unverzichtbares Instrument der Online-Werbung und ortet ein Informationsdefizit im EP. Laut IAB liegt der Umsatz der Online-Werbung in Großbritannien 2001 bei etwa 250 Mio. Pfund. 75 Prozent davon basieren auf Cookies. Bei einem Verzicht würde ein Einnahmenverlust von somit 187 Mio. Pfund drohen, rechnet das IAB penibel vor und kündigt gleichzeitig die Kampagne "Save our cookies" an.

Ohne Cookies keine Seite

Cookies sind kleine auf der Festplatte hinterlegte Dateien, die Informationen über die Surfgewohnheiten des Besitzers sammeln. Durch den Browser können Anbieter im Web auf diese Informationen zugreifen, ohne dass der User es merkt. Es gibt zwar die Möglichkeit, Cookies generell abzulehnen. Dazu muss aber die Standardeinstellung geändert werden. Viele User tun das nicht, auch deshalb, weil zahlreiche Webangebote bei ausgeschalteter Cookie-Funktion nicht zugänglich sind.(pte)

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