ABM-Vertrag: Iwanow deutet überraschend Einlenken an

3. November 2001, 12:41
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Russlands Außenminister sieht in Rüstungsvertrag "Relikt des Kalten Kriegs"

Moskau - Russland hat am Samstag zum ersten Mal angedeutet, dass der ABM-Rüstungskontrollvertrag nicht mehr zeitgemäß ist. "Uns ist oft gesagt worden, dass der ABM-Vertrag ein Relikt des Kalten Krieges ist", sagte Verteidigungsminister Sergej Iwanow am Samstag nach einem Gespräch seines US-Kollegen Donald Rumsfeld mit Präsident Wladimir Putin in Moskau. Er stimme "teilweise" mit dieser Ansicht überein. Allerdings seien "alle russisch-amerikanischen Abkommen bis zu einem gewissen Grad Relikte des Kalten Kriegs".

Vor einer Woche hatte die US-Regierung ihren Willen zur Aufgabe des ABM-Vertrags bekräftigt. Das Abkommen von 1972 behindert die US-Pläne für eine nationale Raketenabwehr. Russland hingegen sieht das Abkommen als Stütze des globalen Gleichgewichts an. Bei Rumsfelds Gesprächen in Moskau ging es neben strategischen Fragen auch um den US-Militäreinsatz in Afghanistan. Im Anschluss wollte der Pentagon-Chef zu seinem ersten Besuch nach Tadschikistan weiterreisen.

Die Zusammenarbeit zwischen den USA und Russland hat sich nach den Worten des russischen Verteidigungsministers verstärkt, dies gelte sowohl für den "Kampf gegen Terrorismus" als auch für die Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen. "Ich denke, daraus kann sich eine gute Basis für das Treffen zwischen der Präsidenten beider Länder entwickeln", sagte Iwanow Angaben seines Sprechers zufolge über das Gespräch mit Rumsfeld. Putin und US-Präsident George W. Bush treffen sich Mitte des Monats in den USA.(APA/AFP)

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