Portal von Yahoo wegen anstößiger Websites kritisiert

3. November 2001, 01:43
posten

Yahoo wies Vorwürfe einer christlichen Vereinigung zurück

Eine christliche Vereinigung hat dem US-Internetportal Yahoo vorgeworfen, anstößige Inhalte zuzulassen. Internet-Nutzer missbrauchten das Portal, um Websites anzubieten, deren Inhalte Vergewaltigung, Folter und Gewalt gegen Frauen und Kinder zeige, teilte der Verband American Family Association am Donnerstag mit. Yahoo verwies in einer Stellungnahme auf seine Firmenpolitik, kein obszönes Material oder solches, in dem Menschen Gewalt angetan werde, zu erlauben.

Die Firma äußerte sich jedoch nicht dazu, wie es trotzdem zu Websites solchen Inhalts kommen konnte. Schon im April hatte der Verband nach eigenen Angaben die US-Justiz aufgefordert, Yahoo wegen des Vertriebs von pornografischem Material anzuklagen.

"Nicht das einzige, aber das Portal mit den meisten Anbietern"

Yahoo sei zwar nicht das einzige Portal, auf dem Bilder mit sexueller Gewalt angeboten würden, sagte ein Verbands-Sprecher. Auf Yahoos Seiten sei jedoch am meisten davon zu finden. Viele anstößige Internetseiten, die durch unterschiedliche Gruppen unter Druck geraten seien, vertrieben ihre Inhalte nun über das populäre Portal, erklärte der Sprecher weiter. Die Inhalte würden sich etwa unter dem Link auf der Eingangsseite "GeoCities" verbergen, über das jeder Internetnutzer Sites ins Netz stellen kann. Der Verband beklagte zudem, dass dadurch Websites, die beispielsweise Vergewaltigungsopfern Hilfe anböten, mit anstößigen Sites verbunden würden.

Yahoo geht nach eigenen Angaben Hinweisen von Internet-Nutzern auf kritische Websites nach und löscht diese gegebenenfalls. "Wir ermutigen jeden, uns auf Inhalte hinzuweisen, die unsere Regeln verletzen", hieß es in einer Mitteilung von Yahoo.(APA/Reuters)

Share if you care.