Starke Vorgaben

2. November 2001, 23:19
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5. 11.: Hoener Collection bei Phillips New York

Simon de Pury, neben Danielle Luxembourg der Name, der seit geraumer Zeit mit dem gewichtigen Namen des Auktionshauses Phillips in einem Zug genannt wird, hat immer wieder durch seine offenbar exzellenten Verbindungen - und zuweilen Garantiesummen - illustre Privatsammlungen für "sein" Haus gewinnen können, zuletzt die Berggruen-Collection. Während die Konkurrenz deutsche Expressionisten in London versteigert, will sie Phillips, de Pury & Luxembourg gleich in New York auf den Markt bringen. Der deutsche Investmentbanker Diethelm Hoener sammelte diese Kunst, er lebte seit den 70ern in den USA, unter anderem als Vize von Morgan Stanley sowie als Gründer der RHO Management Company.

Am 5. November, versteigert man 49 Gemälde aus der Sammlung des verstorbenen Geschäftsmannes, dessen Frau sich in Zukunft auf zeitgenössische Kunst konzentrieren will. Christian Rohlfs atmosphärische Composition von 1934 (40.000-60.000 Dollar) könnte durchaus von einem heutigen Künstler stammen. Ah, exploding world, you insane aslyum, you blessed assembly of freaks schrieb George Grosz unter ein Aquarell (90.000-120.000 Dollar), das den Krieg, die Gewinnler, das Business, die Hartherzigkeit und Falschheit anprangert.

Ins Paradies wiederum entführen August Mackes Badende Mädchen, und das wird mit einem "etwas" höherem schätzwert honoriert, nämlich 600.000 bis 800.000 Dollar. Die Lesende von Schmidt-Rottluff soll 1,8 bis 2, Mio Dollar bringen.

Am selben Tag kommt noch die Smooke Collection unter den Hammer: 79 Werke klassische Moderne, darunter viele Skulpturen und das späte, mit acht bis 12 Mio Dollar geschätzte Schiele-Ölbild Haus mit hängender Wäsche.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3./4. 11. 2001)

 Von
  Doris Krumpl


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