Die schöne Form für gutes Geld

2. November 2001, 23:17
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12. November: Design im Dorotheum

Ein über zwei Meter langes Metallrohr, schräg auf eine Metallfassung gelötet und eine Glühbirne darauf: Fertig ist eine Lampe, die Kunst- und Designanspruch vereint: Die "Privatlampe des Künstlers" Franz West macht sich u.a. über das verspielt-bunte Memphis-Design lustig. Zu Meta-Memphis zählt dieses Objekt, das im Rahmen der Design-Auktion des Dorotheums am 12. November zwischen 10.000 und 12.000 Schilling kosten soll.

Diesmal konzentriert sich die von Gerti Draxler akquirierte Auswahl vorwiegend auf höherpreisige Objekte sowie wieder auf Wegbereiter modernen Designs vom Beginn des 20. Jahrhunderts, etwa Hoffmann- und Kolo-Moser-Möbel. Josef-Franks Kamin-Armstühle, das Paar für 35.000 bis 45.000 Schilling, sind für diese Qualität recht niedrig taxiert. Carl-Auböck-Design darf diesmal auch nicht fehlen. Erfreulich, dass Draxler auch "anonyme" österreichische Möbel berücksichtigt, wie Gartenstühle, um 1890 und 1900.

Gut vertreten sind Arbeiten von Verner Panton sowie von Ray und Charles Eames, allesamt Designer, für deren Verständnis zwei Personalen in Wien einiges beigetragen haben.

Genial simpel und raffiniert zugleich ist der Eßtisch von Gerald Summers von 1938, der sich mit 150.000 bis 180.000 Schilling zu Buche schlägt. Vorsicht - oder zumindest Bedenken - ist generell geboten bei späten Produktionen früher Entwürfe (Re-Editionen).

Insgesamt beachtliche 316 Lose, die sich an ein jugendlicheres, modernes Publikum richten.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3./4. 11. 2001)

 Von
 Doris
 Krumpl


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